Dasbach-Brunnen

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Glockenstraße 4-5
Beschreibung
Der von Rudolf Breilmann (*1929) im Jahr 1984 gefertigte Dasbach-Brunnen wurde im Andenken an Georg Friedrich Dasbach (1846–1907) gestiftet. Die sechseckige Brunnenanlage zeigt auf gegossenen Bronzereliefs einzelne Episoden aus Dasbachs Leben. Eine Platte zeigt ihn beispielsweise in seiner Rolle als Prediger, während er in anderen Szenen bei seiner Unterstützung der von Wucher bedrohten Bauern- und Winzerfamilien in der Moselgegend zu sehen ist. [1]

Steht unweit des Dasbach-Hauses in der Glockenstraße. Er besteht aus einer sechsseitigen Brunnenschürze (Bronze), die mit Situationen aus Dasbachs Leben versehen sind. Gestiftet wurde er zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Trier. [2]

DASBACH, Georg Friedrich, Publizist und Sozialreformer, * 9.12. 1846 in Horhausen (Westerwald), † 11.10. 1907 in Bonn. - D. entstammte einer angesehenen Bäcker- und Gastwirtfamilie, absolvierte die Gymnasialstudien in Brilon und Trier und studierte nach der Reifeprüfung Philosophie und katholische Theologie in Rom und Trier. Am 24.3. 1871 wurde er in Trier zum Priester geweiht und amtierte anschließend als Kaplan in Trier-Sankt Gervasius. Ab dem Folgejahr, als die Jesuiten in Deutschland verboten wurden, engagierte er sich politisch und klärte in zahlreichen Versammlungen des Vereins Deutscher Katholiken seine Zuhörer über die kulturkämpferischen Bestrebungen des preußischen Staates auf. Nach zwei Probenummern im Dezember 1874 erschien ab dem 1.1.1875 erstmals das von ihm gegründete Sanct-Paulinus-Blatt (ab 1936 sollte es unter dem Namen Paulinus das Trierer Diözesanblatt, und zwar bis zum heutigen Tag, werden) mit dem überaus deutlichen Hinweis auf der Titelseite, die Ausgabe erscheine zur Feier der Befreiung des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Matthias Eberhard aus dem Gefängnis nach einer Haftstrafe von 300 Tagen. Nachdem er - am 1.4. 1875 - zudem noch die auf der gleichen politischen Linie liegende Trierische Landeszeitung gegründet hatte (sie erschien bis zum Jahre 1974), reagierte der Staat mit Lehr- und Berufsverbot sowie einer einwöchigen Gefängnisstrafe wegen Pressevergehens (1877). In der Folgezeit kaufte und gründete er zahlreiche weitere Zeitungen, so in Linz (Rhein), Saarbrücken, Neunkirchen/Saar, Metz und Berlin (Märkische Volkszeitung). Die Auflage aller Blätter erreichte 75000 Exemplare; D. hatte demnach auch unternehmerisch-finanzielle Erfolge zu verzeichnen. Sozialreformerisch engagierte er sich u.a. wie folgt: 1884 Gründer und Präsident des Trierischen Bauernvereins, des Trierischen Genossenschaftsverbandes, des Trierischen Winzervereins, des Trierischen Viehversicherungsverbandes und des Rechtsschutzes zur Bekämpfung des Wuchers. Der Inhaber des päpstlichen Ordens Pro Ecclesia et Pontifice (1896) war von 1889 bis 1898 Mitglied des Preußischen Landtages und von 1898 bis zu seinem Tode Mitglied des Reichstages. Ab dem Jahre 1902 erfolgte D.s stufenweiser Rückzug aus seinem Presse-Unternehmen mit dem Herzstück der am 9.7. 1875 gegründeten Paulinus-Druckerei. D. starb an den Folgen eines Krebsleidens und wurde zunächst auf dem städtischen Friedhof in Trier begraben; 1959 wurde er auf den Priesterfriedhof der Trierer Stadtpfarrkirche Sankt Gangolf umgebettet. Eine Gedenktafel am ehemaligen Raiffeisenhaus in der Trierer Glockenstraße erinnert an ihn. Seit 1948 trägt eine Straße des Industriegebietes in Trier-Nord Dasbachs Namen.
Werke: Wichtigste Publikationen aufgeführt in: Biographisches Staatshandbuch I, Bern-München 1963, 227. [3]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Breilmann, Rudolf (Bildhauer), Münster [*1929]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Brunnen / Kunstobjekte
Zeit:
1984
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.643087
lat: 49.757760
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
https://public-art-trier.de/objekt/dasbach-brunnen/

Datenquellen
[1] Public Art Trier https://public-art-trier.de/ Die Europäische Kunstakademie Trier hat in Kooperation mit der Universität und der Hochschule eine Datenbank zur Kunst im öffentlichen Raum Triers aufgebaut.
[2] Frey, J. 1993: Brunnen in Trier.- Trier
[3] Biograpisch- Bibliograpchisches Kirchenlexikon Band XV (1999) Spalten 463-464 Autor: Martin Persch Verlag Traugott Bautz www.bautz.de/bbkl

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2018.
Bild 2: © Peter Valerius, Kordel, 2018.
Bild 3: © Peter Valerius, Kordel, 2018.
Bild 4: © Peter Valerius, Kordel, 2018.
Bild 5: © Peter Valerius, Kordel, 2018.

Stand
Letzte Bearbeitung: 30.10.2018
Interne ID: 10
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=10
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