Fenster

Waxweiler, Gemeinde Waxweiler Hauptstraße 31
Beschreibung
An der Rückseite des im 19. Jahrhundert formverändernd umgebauten Wohnhauses blieben die werksteineingefassten Fenster, wohl aus dem 17. Jahrhundert, erhalten.

Die ungewöhnliche Fenstergestaltung gehört zu den ältesten profanen Bauformen im Bearbeitungsgebiet.

Im heute ebenerdigen Untergeschoß deuten zwei kleine Fenster - ein querrechteckiges und eine Vierpassöffnung darüber - die Lage der ehemaligen Treppe an. [1]

In diesem Haus lebte im 19. Jahrhundert die Familie Eberschweiler.

Waxweiler und Pater Wilhelm Eberschweiler SJ:
Pater Wilhelm Eberschweiler SJ wurde am 5. Dezember 1837 in Püttlingen/Saar geboren. Er ist zum Teil aufgewachsen in Waxweiler und Bitburg. Sein Vater war Lehrer in Püttlingen und wurde nach Waxweiler versetzt. Die Familie wohnte ganz nahe bei der Kirche, in diese die Mutter ihr Kind Wilhelm oft mitnahm. Später wurde der Vater nach Bitburg versetzt, wohin die Familie zog. Dort besuchte Wilhelm die Schule, ging zur Erstkommunion und wurde Messdiener. Es folgten der Besuch des Gymnasiums in Trier, der Eintritt in die Gesellschaft Jesu (SJ) in Münster und Feldkirch, Studienjahre in Aachen und Maria Laach (dort Priesterweihe) sowie weitere Stationen im priesterlichen Leben in Aachen und Gorheim, in Wynandsrade (Holland), in Ditton Hall (England) und in Exaten (Holland).

Am 30. November 1951 wurde der Bischöfliche Informativprozess zur Seligsprechung in Trier eröffnet, der am 26. März 1958 abgeschlossen wurde. Am 3. Mai 1958 wurden die Akten an die Hl. Ritenkongregation in Rom übergeben.
Am 12. Mai 1958 erfolgte die Ausgrabung/Exhumierung der Gebeine in Exaten/Holland sowie die Überführung des Sarges über die Grenze nach Mönchengladbach. Am 13. Mai 1958 erfolgte die Überführung nach Trier (über Aachen, Waxweiler und Bitburg). In Waxweiler, wo Pater Eberschweiler als Kind einige Jahre verbracht hatte, wurde der Einzug von Sarg und Kommission seinerzeit mit Glockengeläute empfangen. Der Sarg des Dieners Gottes wurde in die von andächtigen Gläubigen dicht gefüllte Kirche getragen. Nach einer Predigt beteten alle Anwesenden für die Seligsprechung. In Trier angekommen erfolgte die Einsargung, Versiegelung und Aufbahrung im Trierer Dom, die Verehrung dort durch tausende andächtige Beter und schließlich die Übertragung des Sarges und Beisetzung in die Seminarkirche/Jesuitenkirche. Pater Eberschweiler starb am 23. Dezember 1921 in Exaten/Holland.
Am 3. Juli 2001 wurde eine weitere diözesane Ergänzungsuntersuchung zum 1951 eröffneten Seligsprechungsverfahren abgeschlossen und an die zuständige Kongregation in Rom weitergeleitet. Es fehlt jedoch weiterhin ein auf die Fürsprache Pater Eberschweilers zurückführbares Wunder, welches eine Voraussetzung für die Empfehlung der in der Kongregation zusammenkommenden Bischöfe an den Papst darstellt.

Gebet um die Seligsprechung von Pater Wilhelm Eberschweiler:
O Gott, Du Vater aller Erbarmung! Du hast Dich gewürdigt, in dem Herzen Deines Dieners Pater Wilhelm Eberschweiler eine großmütige Bereitschaft zur steten und vollkommenen Erfüllung Deines heiligen Willens und zum apostolischen Dienst an den Menschen zu erwecken. Wir bitten Dich demütig: Laß in unseren Tagen der Welt offenbar werden, daß sein Leben und Wirken Dir wohlgefällig war. Lass uns sein Vorbild der Großmut und Opferbereitschaft mit unermüdlichem Eifer nachahmen, und verherrliche Deinen treuen Diener durch die Erhebung zur Ehre der Altäre, damit Du selbst umso mehr verherrlicht werdest! Amen. Vater unser… Gegrüßet seist Du, Maria… Ehre sei dem Vater…

Der Eberschweiler Bund e.V.:
fördert die Verehrung und Seligsprechung des im Ruf der Heiligkeit verstorbenen Pater Wilhelm Eberschweiler. Dies geschieht durch Verbreitung seiner geistlichen Ansprachen, Predigten und Vorträge in den Novenenheftchen. Ein besonderes Anliegen des Vereins ist es auch, den Priesternachwuchs zu unterstützen. Ihre Gebetserhörungen können Sie an folgende Anschrift mitteilen, damit auch andere in ihrem Vertrauen auf den treuen Beistand von Pater Eberschweiler wachsen: Eberschweiler Bund e.V. – Pater Ludger van Bergen – Dietrichstraße 40 – 54290 Trier – Telefon: 0651-97539-0 – Telefax: 0651-97539-16 – Mail: ludger.vanbergen@jesuiten.org [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Bäuerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
17. Jahrhundert
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.363134
lat: 50.092600
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unten in der Acht

Internet
http://www.waxweiler.com

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Bitburg-Prüm, 9.3 Wernersche Verlagsgesellschaft ISBN 3-88462-170-X
[2] Michael Fischer, Waxweiler, 2014.

Bildquellen
Bild 1: © Michael Fischer, Waxweiler, 2014.
Bild 2: © Michael Fischer, Waxweiler, 2014.
Bild 3: © Michael Fischer, Waxweiler, 2014.
Bild 4: © Michael Fischer, Waxweiler, 2014.

Stand
Letzte Bearbeitung: 28.10.2014
Interne ID: 10578
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=10578
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