Ehemaliges Dominikanerinnenkloster Sankt Katharina

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Irminenfreihof 8
Beschreibung
[...] Der Ursprung des Nonnenklosters steht im Zusammenhang mit einer angeblich in das 6. Jahrhundert zurückreichenden, erstmals 1190-1212 erwähnten Martinskirche auf dem Petrisberg im Osten vor der Stadt. Hier bildete sich zu einem unbekannten Zeitpunkt eine Genossenschaft adeliger Jungfrauen - ein Stift, das um 1235 in ein Dominikanerkloster umgewandelt wurde.

Um 1238 stiftete Ritter Ordulph von Oeren den Nonnen seinen Besitz bei Sankt Irminen. hierhin übersiedelten sie 1288. Die neue Niederlassung an der Mosel erhielt vermutlich um 1300 eine gotische Kirche, die 1479 um eine Kapelle erweitert wurde. 1609 wurde ein neuer Klosterflügel erbaut. Im 18. Jahrhundert erfolgten eine Erweiterung und ein Umbau des Klosters. Die gotische Kirche wurde 1762-65 durch einen barocken Neubau ersetzt, als dessen Baumeister Johannes Seiz gesichert ist. 1794 nutzten die Franzosen den Klosterkomplex als Fruchtmagazin. Nach der Auflösung 1802 gelangten die Gebäude zunächst an die Vereinigten Hospitien, die 1806-19 ein Krankenhaus einrichteten, dann an den preußischen Fiskus, der das Kloster bis 1918 als Militärlazarett nutzte.
[...]
Der 1944 nur leicht beschädigte Komplex diente nach dem zweiten Weltkrieg weiterhin als Staatsbauschule. Heute ist hier die Staatliche Fachschule für Technik untergebracht. [1]

6. Jahrhundert bis 1212: An einer 1190 - 1212 bezeugten, vielleicht schon seit 573 - 96 bestehenden Martinskirche auf dem Petrisberg bildet sich früh eine klösterliche Gemeinschaft adliger Jungfrauen, die 1234 bezeugt ist (Kloster Sankt Martin auf dem Berge).

1235/36: Dominikanerinnenkonvent.

1288: Der Konvent übersiedelt vom Martinsberg ans Moselufer, in der Nähe von Sankt Irminen.

1302: Erste urkundliche Erwähnung der neuen Klosterkirche als Katharinenkirche. Das Kloster wird nun Katharinenkloster genannt (daher Katharinenufer).

1476: Das als zerstört bezeichnete Martinskloster wird mit seinem Besitz dem Katharinenkloster inkorporiert.

18. Jahrhundert: Erneuerung der gesamten Klostergebäude.

1762: Neubau der Kirche (1765 vollendet).

1802: Aufhebung des Klosters.

1806: Krankenhaus.

1819: Preußisches Militärlazarett (bis 1918).

19099: Abbruch der Kirche. [2]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Seiz, Johannes [1717-1779] Hofbaumeister.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Klosteranlagen
Zeit:
1288
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.632513
lat: 49.759235
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001)
[2] Klöster in Trier von der Spätantike bis zur Gegenwart. Katalog zur Ausstellung der Katholischen Erwachsenenbildung anläßlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Trier vom 25.3. bis 1.11.1984 im Domkreuzgang. Konzeption: Prof. Dr. Franz J. Ronig.

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
Bild 2: © Peter Valerius, Kordel, 2011.

Stand
Letzte Bearbeitung: 27.08.2011
Interne ID: 10995
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=10995
ObjektURL als Mail versenden