Römisches Töpfereiviertel

Trier-Süd, Stadt Trier Abteiplatz
Beschreibung
1954 wurde hier ein römischer Töpferofen entdeckt.

In den Töpfereien wurden Tonwaren aller Art produziert, vom einfachen Gebrauchsgeschirr bis zum feinen Tafelgeschirr. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts erlangten die Terra-Sigillata-Manufakturen und jene Werkstätten, die feines, schwarzes Trinkgeschirr produzierten, innerhalb der nordwestlichen Provinzen eine herausragende Position. [1]

Im südlichen Stadtgebiet von Trier ist ein ausgedehntes Töpfereigebiet nachgewiesen, das nach Ausdehnung und Dauer durchaus als eines der größten Industriegebiete der antiken Welt bezeichnet werden darf.
Grob- und Feinkeramik einheimischer Tradition, sogenannte Belgische Ware, wurde zwischen Hohenzollernstraße und Sankt Matthias in unvorstellbaren Stückzahlen fabriziert.

Die vorzüglichen Tonvorkommen [...] auch im Gebiet um Speicher - Herforst boten die Möglichkeit, neue Techniken und Moden mitzutragen. Tongrundige Waren, feinere gefirnißte Gefäße, Becher, Kannen und Flaschen werden seit dem 2. Jahrhundert in die Produktion genommen. Seit dem 2. Jahrhundert wird das Angebot um die aus dem Süden bislang importierte Terra sigillata, die rot gefirnißte Glanztonware, die zum Teil auch mit kunstvollen Reliefs verziert ist, vermehrt. Der große Absatzmarkt der Grenzprovinzen und günstige Exportmöglichkeiten ermunterten die Töpfer und Fabrikherren aus dem Süden näher nach Trier, näher an die Absatzmärkte, zu ziehen und so die Transportkosten und das Risiko von Bruch und Verlust zu mindern.
[...]
Es spricht für den unternehmerischen Geist, aber auch für die Kapitalkraft der Trierer Töpfer, daß sie seit dem 2. Jahrhundert eine eigene Keramikgattung schufen, die nach ersten Markterfolgen bis in das 4. Jahrhundert im Produktionsprogramm blieb. Es handelt sich um die Barbotine- oder sogenannte Weinkeramik.
[...]
Die Lage Töpfereiateliers und Brennöfen nahe am Flußufer erleichterte den Transport der Massenprodukte auf dem Schiffswege. Dies trifft gleichermaßen für die in Trier fabrizierten Ziegel zu, die bis nach Köln-Deutz, dem Brückenkopfkastell am rechten germanischen Rheinufer transportiert, und hier verbaut worden sind. [2]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Rohstoffgewinnung und -verarbeitung
Zeit:
Mitte des 1. Jahrhunderts
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.630211
lat: 49.738671
Lagequalität der Koordinaten: Vermutlich
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.landesmuseum-trier.de/

Datenquellen
[1] Rettet das archäologische Erbe in Trier. Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier. Nr. 31. ISBN 3-923319-62-2 Online-Shop: www.landesmuseum-trier-shop.de
[2] Trier - Wirtschaftszentrum mit Tradition. 2000 Jahre Trierer Wirtschaft. Hrsg. IHK Trier, 1984.


Stand
Letzte Bearbeitung: 24.08.2006
Interne ID: 11338
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=11338
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