Zum Hotzendrees

Daun, Stadt Daun Zum Hotzendrees
Beschreibung
Stadtbekannter und allseits beliebter Säuerling an der Umgehungsstraße, links der Lieser, nahe bei der Städterbrücke am Bahnhof.

Der Name Hotzendrees ist sehr alt und kann urkundlich bereits 1565 (Johann Günther) und 1588 (Th. Tabernämontanus) nachgewiesen werden. Dieser berühmte Heidelberger Arzt und Botaniker arbeitete 36 Jahre lang an einem bis heute anerkannten Kräuterbuch. Allerdings erlebte er nur die Herausgabe des I. Teils (1588). Auf seinen zahlreichen Studienreisen gelangte der Arzt auch in die Eifel und beschrieb in seinem Werk (S.332/333) Dauner Mineralquellen. Seine Notizen über den Hotzendrees beginnen: Von dem Hotzerbrunnen / und von seiner Krafft und wirckung. Noch ein anderer Sauwerbrunn entspringt im jetzt gemeldten Dorff Daun / welcher von den Einwohnern der Hotzerbrunn genennt wirt / der ist im trincken und am geschmack nicht so anmütig und lieblich wie der Lentzigsbrunn.... (später Wehrenbrunn oder Werdeldrees genannt; an der Schleif; heute ausgetrocknet). Was das Wort Hotzen... bedeutet, ist bisher nicht erklärt worden. Ich bin mir aber sicher, dass dieses spätmittelalterliche Wort aus der Dialektsprache stammt. Darin bedeutet das Wort hotzen soviel wie: rütteln, schütteln (Opp der schlechten Stroß jeste awer jehotzelt! Der Motor hotzelt!). Gleichzeitig kann hotzeln; holzen auch meinen: auf und niederhüpfen, bewegen. Dies alles wurde auf jenen Sauerbrunnen zutreffen, der in der Tat sich stoßweise, hin und her, auf und nieder bewegt.

Einordnung
Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Straßennamen
Zeit:
1565
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.834338
lat: 50.196326
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.stadt-daun.de/

Datenquellen
Alois Mayer, Daun-Pützborn, aus dem Buch "Wie schön bist Du - mein Daun", Herausgegeben vom Eifelverein Daun 1988

Bildquellen
Bild 1: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2009
Bild 2: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2009

Stand
Letzte Bearbeitung: 10.08.2006
Interne ID: 11402
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=11402
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