Palais Pillishof

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Jakobstraße 8
Beschreibung
Das Palais Pillishof mit seinem eindruckvoll künstlerisch gestalteten Innenhof wird im Jahre 1447 erstmals urkundlich erwähnt.
Einer baulichen Gestaltung von 1685 und einer Fassadenerneuerung von 1770 verdankt es den kunsthistorischen Ruf, eines der bedeutendsten Trierer Häuser der Rokokozeit zu sein.
Leider blieb auch das Palais Pillishof vom zweiten Weltkrieges nicht verschont: Die schweren Schäden hatten teilweise auch Innere des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen, so dass das denkmalgeschützte Gebäude aufwendig restauriert werden musste. Heute werden die Innenräume größtenteils als Büroräume genutzt.
Wir laden Sie herzlich zu einem Rundgang durch das historische Gebäude ein:

Der Pyliß hoff wird bereits 1447 / 48 wird in Zinsmeisterrechnungen des Bürgerspitals Sankt Jakob urkundlich erwähnt.
Dies ist die älteste Bezeichnung des Gebäudes, die in leicht geänderter Schreibweise wie beispielsweise Pylisshoiff oder Gehuise Pylisshoiff auch immer wieder in Urkunden späteren Datums auftaucht.
Im Laufe der Zeit wechselten die Besitzer des Palais Pillishof. So gehörte er zeitweise den Koppensteinern, deren Stammsitz die bekannte Burg Koppenstein im Soonwald ist, dem Trierer Bürgermeister, Konsul und Hochgerichtsschöffen Joh. Georg Schlabarth oder der angesehenen Trierer Familie Reuland, die ihren Sitz aus der Grabenstaße hierher verlegt hatte.

Mit den wechsenden Besitzern änderte sich auch die jeweilige Bezeichnung des Gebäudes. In historischen Dokumenten von 1678 / 79 taucht es unter der Bezeichnung Schlabarth-Haus auf, angelehnt an den damaligen Besitzer Joh. Georg Schlabarth von Kintzweiler.
Einer Chronik über die Tür des Treppenturms im Innenhof zufolge baute Bürgermeister Schlabarth 1685 das teilweise infolge seines Alters eingefallene Gebäude wieder auf.
Nachdem die angesehene Trierer Familie Reuland ihren Sitz dorthin verlegte, hieß es dann Reulanderhof. Zu dieser Zeit ließ der Stadtschultheiß und Geheimrat Joh., Wilh. Reuland die Fassade im Geschmack seiner Zeit erneuern. Der Treppenturm blieb jedoch inverändert, wie das [...] Schlabarth-Wappen über der Turmtür belegt.

Das traditionsreiche Haus in der Jakobstraße 8 ist von jeher ein Anziehungspunkt für die Freunde Trierer Kunst und Geschichte.
Obwohl im denkmalgeschützten Hauptgebäude inzwischen die Verwaltung bzw. die Büros der Sektkellerei Bernard-Massard untergebracht sind, zeugt auch das Innere des Gebäudes noch von seiner denkwürdigen Vergangenheit.
Eine Abbildung aus dem Jahre 1969 zeigt den historischen Treppenaufgang des Gebäudes, den der Besucher auch heute noch unverändert vorfindet. Zu dieser Zeit befanden sich die Büroräume im wesentlichen im Erdgeschoss, heute füllen sie auch die beiden oberen Etagen.

Im ersten Obergeschoss des historischen Gebäudes befindet sich seit jeher das prachtvolle Herzstück des Palais Pillishof, der sogenannte Barocksaal.
Obwohl auch dieser von den Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war, konnte er durch eine aufwendige Restaurierung wieder nahezu originalgetreu hergestellt werden und erstrahlt so heute wieder in seinem ursprünglichen Glanz.
Mit seiner herrlichen Stuckdecke ist der stilvolle Raum eindrucksvolle Kulisse bei zahlreichen offiziellen Anlässen, öffentlichen Veranstaltungen, Vorträgen und Empfängen sowie bei firmeninternen Tagungen, Vertriebskonferenzen etc.

Auch heute noch wird Bernhard-Massard Sekt in den historischen Kellern des Palais Pillishof hergestellt. Die im Verfahren der Flaschengärung hergestellten Spitzen-Cuvée finden in den natürlich klimatisierten Kellern ideale Bedingungen für die mindestens 9 monatige Reifelagerung, bis schließlich die Hefe entfernt werden kann und der Sekt trinkfertig ist.
Um höchste Qualität zu garantieren wurden zur Sektherstellung die traditionellen Methoden beibehalten, die Weinbereitung hingegen erfolgt mit den neuesten Techniken. Im Zuge der Qualitätsverbesserung wurden die alten Holzfässer längst durch moderne Tanks ersetzt, damit der rebsortentypische frische, feinfruchtige Charakter der eleganten Riesling und Chardonnay-Grundweine unverfälscht erhalten bleibt.

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Feudale Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
1447
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.640516
lat: 49.757451
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.bm-trier.de/Portrait/Historie/Pillishof/Pillishof%20FS.html

Datenquellen
Homepage Sektkellerei Bernard-Massard, Trier.

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2010.
Bild 2: Juliana Fabritius Dancu, 1984.
Bild 3: Internet

Stand
Letzte Bearbeitung: 25.04.2010
Interne ID: 11695
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=11695
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