Marienkapelle in der Hofgartenstraße

Schweich, Stadt Schweich Hofgartenstraße 25

Beschreibung
Wegekapelle an der Schmalseite der im repräsentativen Außenbau erhaltenen, 1830 erbauten Schule. An der Ostseite angebaut eine von Bäumen flankierte rechteckige Kapelle unter anlaufender Schweifhaube; der Zugang beidseitig zu Fensteröffnungen erweitert. Die Kapelle erinnert an die alte Pfarrkirche, in deren Chorbereich sie steht. [1]

Der Bereich Hofgartenstraße /Alte Schule bei der Brücke über den Föhrener Bach war einst das Zentrum von Dorf und Pfarrei Schweich und ist heute Denkmalzone. Wo heute die 1830 erbaute „Alte Schule“ steht, befand sich früher die erste Pfarrkirche von Schweich, die bereits im Visitationsprotokoll von 1609 erwähnt wird. Neben der Kirche lag bis 1818 der Friedhof.
Die alte Pfarrkirche war für die wachsende Gemeinde längst zu klein und wurde bei der Visitation von 1780 als „sehr baulos“ bezeichnet. Der notwendige Neubau verzögerte sich jedoch über Jahre. Erst 1819 begann unter der Leitung von Dechant Jodocus Longuich der Bau der neuen Pfarrkirche am Spieles, dem heutigen Standort.
Nachdem die alte Kirche ihre Funktion verloren hatte, gab es 1822 Pläne, sie für Gefangene des Friedensgerichts Schweich zu nutzen. Die Schweicher wehrten sich erfolgreich gegen diese Pläne, da sie ein Gefängnis in unmittelbarer Nähe der Gräber ihrer Vorfahren ablehnten.
1830 entstand auf dem Gelände der alten Kirche eine neue Schule, da die Zahl der Schulkinder inzwischen auf etwa 250 angewachsen war. Der frühere Friedhof wurde dabei zum Schulhof umgestaltet.
Um die Erinnerung an die kirchliche Vergangenheit des Ortes zu bewahren, errichtete man nach 1830 im ehemaligen Chorbereich der Kirche ein Heiligenhäuschen. Der dort erhaltene Altarstein stammt vermutlich noch aus der alten Pfarrkirche.
Die schlichte Kapelle mit geschwungenem Giebel und abgewalmtem Satteldach wird bis heute liebevoll gepflegt. 1989 wurde die ursprüngliche Marienstatue aus der Isseler Kapelle an ihren alten Standort zurückgebracht. Sie machte einer neuen Statue des Oberkailer Bildhauers Johann Baptist Lenz (1922–2007) Platz. Das aus Kyllsandstein gefertigte Werk zeigt die von Weintrauben umrankte Gottesmutter mit spielenden Kindern und wurde im Oktober 1989 von Dechant Josef Koch eingesegnet.

Textzusammenstellung nach diversen Quellen von Wolfgang Welter, Schweich. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
Circa 1850 bis 1920
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.756053
lat: 49.821632
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.stadt-schweich.de/

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.2 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-110-6 (1. Auflage 1994).
[2] Wolfgang Welter, Schweich, 2026.

Bildquellen
Bild 1: © Wolfgang Welter, Schweich, 2026.
Bild 2: © Wolfgang Welter, Schweich, 2026.
Bild 3: © Wolfgang Welter, Schweich, 2026.
Bild 4: © Ludwig Thelen, Schweich, 2017.
Bild 5: © Ludwig Thelen, Schweich, 2017.

Stand
Letzte Bearbeitung: 08.09.2026
Interne ID: 1187
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=1187
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