Wasseruhrbrunnen

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Willy-Brandt-Platz
Beschreibung
Der Brunnen steht im Schatten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ehemals Bezirksregierung Trier) und ist gestaltet in Form einer überdimensionierten Sonnenuhr, auch Wasseruhr bezeichnet. Er wurde zur 2000-Jahrfeier von der Landesregierung gestiftet. [1]

> Brunnen als Sonnenuhr
Der Brunnen mit der Sonnensäule am Kurfürstlichen Palais in Trier ist eines der großvolumigsten Werke von Karl-Jakob Schwalbach. Er wurde der Stadt Trier zur 2000-Jahr-Feier 1985 vom Land Rheinland-Pfalz geschenkt und steht auf der Fläche des ehemaligen Niederschlosses, das im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde.

Der Bauherr, das Staatsbauamt Trier, hatte bei der Ausschreibung des Wettbewerbs konkrete Vorstellungen bezüglich der baulichen und künstlerischen Umsetzung der Neugestaltung des Platzes.
Die Brunnenanlage sollte eine möglichst wirkungsvolle Beziehung zu den benachbarten Stadträumen, insbesondere dem Konstantinplatz, haben. Außerdem sollte sie einen Bezug zur historischen Bebauung am Platz und zur Geschichte Triers, der ältesten Stadt Deutschlands, aufweisen. Gefragt waren weiterhin die plastische Wirkung des Brunnens und die optisch eindrucksvolle Darbietung des Wassers als lebendiges Element.

Karl-Jakob Schwalbach hat die Anforderungen und Erwartungen des Bauherrn voll erfüllt. Die Ausrichtung des Brunnens in Nord-Süd-Richtung korrespondiert mit der Längsachse der Basilika und wiederholt sich in der Querachse der Basilikaapsis. Der zweigeteilte Brunnenboden erinnert an Erd- und Gesteinsschichtungen und stellt dadurch einen historischen Bezug zum Amphitheater in Trier dar. Die Tierfiguren auf den Säulenstümpfen des Brunnenrandes dagegen symbolisieren fünf Geschichtsepochen Triers bis zur Gegenwart: Das Pferd erinnert an die Treverer, ein Reitervolk: der Adler mit Liktorenbündel an die Römerzeit: das Lamm mit Krummstab und Schwert an die geistliche und weltliche Macht der mittelalterlichen Fürstbischöfe: der Hund an die preußische Epoche und die Taube steht als Friedenszeichen für die Gegenwart.

Durch die unterschiedliche lokale Herkunft der Gesteine - Bayerwaldgranit für den Brunnen mit 12 Meter Durchmesser, die 12.60 Meter hohe Säule aus rosa Riesengebirgsgranit (Tschechien), das Granitpflaster aus Portugal und die Platzornamentik aus roten Vogesen-Granit-Platten (Frankreich) - hat der Künstler, fast unbeabsichtigt, einen europäischen Platz geschaffen. Aufgrund eines Vorschlags des Bildhauers wurde der Brunnen durch eine Trinkwasserquelle ergänzt. Am Auslaufrohr wurde das Wort Trinkwasser in acht Sprachen eingegossen. Auf der unter dem Trinkwasserhahn befindlichen Bronzeplatte stehen die Namen von berühmten Bildhauern und Baumeistern aus 2000 Jahren Trierer Geschichte. [2]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Schwalbach, Karl-Jakob (Bildhauer) [* 1937 Frankfurt am Main]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Brunnen / Kunstobjekte
Zeit:
1984
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.644270
lat: 49.753806
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
https://public-art-trier.de/objekt/wasseruhrbrunnen/

Datenquellen
[1] Frey, J. 1993: Brunnen in Trier.
[2] Klaus Offermann in Artei Kunstbrief, Ausgabe III / 96. http://www..klaus-offermann.de/Kunstbriefchwalbachtm

Bildquellen
Bild 1: © Frey, J. 1993: Brunnen in Trier.- Trier.

Stand
Letzte Bearbeitung: 14.11.2018
Interne ID: 12
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=12
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