Streuung römischer Oberflächenfunde

Gillenfeld, Gemeinde Gillenfeld
Beschreibung
Fundstelle 1118
Unmittelbar südlich des Großgrabhügels und des 1992 ausgegrabenen Prunkgrabes erstreckt sich im Süd-Hang auf einer Fläche von 1 bis 2 ha eine Streuung römischer Oberflächenfunde. In diesem Bereich las H.-J. Stolz drei treverische Silbermünzen (Sch. 54und55) sowie eine dritte keltische Prägung auf, die Nakoinz (1998, 139) in die Jahre 49-30 v. Chr. datiert und den Treverern zuweist. Hinzu kommen über 100 römische Münzen, darunter zwei republikanische Denare und ein gutes Dutzend augusteische Prägungen. Unter den römischen Münzen überwiegen Asses der augusteischen Zeit und des 1. Jahrhunderts n. Chr. Münzen des 2. Jahrhunderts sind mit sechs Exemplaren schwach vertreten. Prägungen des 3. und 4. Jahrhunderts fehlen bis auf wenige Stücke. An weiteren Metallfunden sind eine Lanzenspitze der jüngeren HEK (?) und mehrere römische Bronzeschlüsselfragmente bemerkenswert. Die von Nakoinz aufgeführte Keramik umfaßt u.a. handgemachte Ware und frühe BW (zum Beispiel Gose 356). Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß es sich um Oberflächenfunde eines Heiligtums handelt. Dafür spricht schließlich auch das Fragment einer Matronen-Terrakotte und eine Merkurstatuette aus Bronze. Das Heiligtum dürfte mit dem frühlatènezeitlichen Großgrabhügel bzw. dem südlich gelegenen Prunkgrab in Zusammenhang stehen. Auf Bauwerke deuten Oberflächenfunde von Ziegeln und Hüttenlehm hin. Eine auf Oberflächenbeobachtungen basierende Kartierung von H.-J. Stolz zeigt ca. 180 m südsüdöstlich des frühlatènezeitlichen Grabhügels hangparallele Mauerzüge, die sich über eine Strecke von ca. 150 m in Nordost-Südwest-Richtung erstrecken.

Gilles 1993, 41; Nakoinz 1998, 138f. U. 171ff.; Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 52, 1989, 463; Trierer Zeitschrift 55, 1992, 347und353; Trierer Zeitschrift 57, 1994, 483; Trierer Zeitschrift 58, 1995, 490
in: Römisch-Germanische Forschungen, Bd. 63. Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt a. M. Fundstellenkatalog von: Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock. 2006

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Siedlungswesen / Fundstellen
Zeit:
Circa 500 vor Chr. bis circa 500 nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.902996
lat: 50.106844
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Etzerath

Internet
http://www.dainst.org/medien/de/krausse.pdf

Datenquellen
- Fundstellenkatalog: Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock, 2006.
- Dirk Krausse: Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Verlag: Philipp von Zabern, Mainz, 2006. Beilage 1.


Stand
Letzte Bearbeitung: 03.02.2012
Interne ID: 12822
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