Ehem. Frauenkloster Sankt Xaveriusstift

Olewig, Stadt Trier Olewiger Straße 189
Beschreibung
1885: Die Kongregation der "Barmherzigen Schwestern vom heilgen Karl Borromäus" errichtet auf einem Grundstück in Olewig - der Schenkung einer Schwester - ein Haus für altersschwache und invalide Angehörige des Ordens.

1887: Am 17. August Einweihung des "St.-Xaverius-Stifts".
Wenig später werden ein Kindergarten und eine Näh schule eröffnet.
Auch hier arbeiten die Schwestern noch nach besten Kräften in der ambulanten Krankenpflege und helfen im Kindergarten und in der Näh-schule. Infolge des Baues der neuen Umgehungsstraße in Olewig, die das Kloster von Garten und Weinberg trennt, wird das Haus verkauft. Als Ersatz wird das erst am 26. Januar 1967 eröffnete Exerzitien- und Erholungsheim der Borromäerinnen auf dem Petrisberg zum Alters-heim ausgebaut und erhält den Namen "Haus Maria Frieden".

1967: Am 8. November Umzug von Olewig nach dem Petrisberg. [1]


Dreigeschossiger Rotsandsteinbau mit wohl wenig jüngerem Neurenaissance-Anbau, neugotische Kapelle bezeichnet 1885; eingeschossige "Bewahrschule" mit Fachwerkvorbauten, 1898–1901; kleine Totenkapelle, Reste des ehemaligen Klostergartens. [2]


Das bekannteste Baudenkmal Olewigs ist das sogenannte "Kloster" mit seinem weitläufigen Garten, das 1885 erbaut wurde und ein Altenheim des Ordens der Borromäerinnen beherbergte. Heute befindet sich das Gebäude in städtischem Besitz.

Schutzzweck und Begründung der Ausweisung als Denkmalzone
In den Jahren 1885 bis 1887 wurde auf einem Grundstück in Olewig von der Kongregation der "Barmherzigen Schwestern vom hl. Borromäus" ein Gebäudekomplex für altersschwache und invalide Angehörige des Ordens errichtet. Am 17. August 1887 wurde das "Sankt Xaveriusstift" von der ersten Generaloberin des Ordens, Xaveria Rudler aus Gebweiler bei Nancy, eingeweiht. 1968 wurde das Anwesen an die Stadt Trier verkauft. Die Gebäude wurden zunächst als Tagesstätte und Werkstatt der Lebenshilfe e.V. für behinderte Kinder, seit 1981 als Verwaltung der Universität genutzt.
Das aus mehreren Bauteilen bestehende, aus rotem Sandstein errichtete Kloster wird in seinem Erscheinungsbild durch den langgezogenen, bis zu drei Geschossen hohen Gebäudekomplex, bestehend aus Kirche, Hauptgebäude und Kernbau dominiert. Die auf der Westseite angebaute einschiffige Kapelle wurde als Backsteinbau im neugotischen Stil errichtet und besitzt einen schlanken, diagonal zur Firstrichtung gedrehten Dachreiter. An den polygonal geschlossenen Chorraum sind zu beiden Seiten Sakristeianbauten angefügt. Zur Zeit wird die Kapelle als Bibliothek und der Hauptbau überwiegend als Verwaltungsbau genutzt. Der östlich des Hauptbaus anschließende Bauteil ist als Kern eines Vorgängerbaus anzusehen. Der relativ schlichte Bau aus dem Ende des 15. Jahrhunderts besitzt profilierte Fenstergewände aus Sandstein sowie ein vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammendes Portal und ein neogotisches Portal mit Spitzbogen, Maßwerk und stark profiliertem Gewände. In den Jahren 1936/37 erfolgte an diesem Gebäudeteil eine Aufstockung von zwei auf drei Vollgeschosse, der Anbau von Balkonen sowie ein erkerartiger Aufbau. An der Rückseite dieses Bauteils schließt ein zweigeschossiges Nebengebäude (Wohnnutzung), mit einer Tordurchfahrt im Erdgeschoss an. Daran wurde ein ebenfalls zweigeschossiges Ökonomiegebäude angefügt. Ein sandsteingerahmtes Tor sowie zwei Ladeluken im Obergeschoss weisen den Bau als ehemaliges Wirtschaftsgebäude aus.
Ein kapellenartiger Bau, der als Leichenhaus diente, wurde 1927 als freistehendes Gebäude nördlich der neogotischen Kapelle in Höhe der Apsis aus rotem Sandstein errichtet. Portal und Rundfenster sind aus gelbem Sandstein gefertigt.
Die zwischen 1898 und 1901 an der Südostecke des Areals errichtete Bewahrschule ist ein eingeschossiger Putzbau mit zwei Eingangsvorbauten in Fachwerkbauweise. Bemerkenswert ist die annähernd vollständig erhaltene innere Gebäudestruktur mit dem historischen Innenausbau bestehend aus Türen, Wandvertäfelung, Schränken und Regalen.
Eingefasst wird das Klostergelände entlang des Olewiger Baches durch eine Sandsteinmauer, mit aufgesetzten Pfeilern und dazwischenliegenden Metallgittern. Das Haupttor hinter der Brücke wird betont durch zwei große Pfeiler aus Sandstein.
Die Denkmalzone umfasst den Klosterbering als bauliche Gesamtanlage (§ 5 Abs.1 Nr.1 und Abs. 2 DSchPflG). Sie ist ein Dokument der Kloster-, Sozial- und Ortsgeschichte sowie des geistigen und künstlerischen Schaffens und des handwerklichen Wirkens. Zudem stellt sie ein kennzeichnendes Merkmal des Ortsteiles Olewig dar (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 a und c DSchPflG).
An der Erhaltung und Pflege der Denkmalzone besteht ein öffentliches Interesse (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 DSchPflG):
- aus geschichtswissenschaftlichen Gründen, weil die bauliche Gesamtanlage ein Geschichtszeugnis einer religiös-karitativen Einrichtung des späten 19. Jahrhunderts darstellt. Die verschiedenen Bauten und Bauteile sowie die Freiflächen dokumentieren wie ehemals diese Einrichtung organisiert war. Die für jene Zeit relativ schlichten Gebäude entsprechen dem bei diesen Einrichtungen üblichen Bautypus exemplarisch.
- aus künstlerischen Gründen, weil die Architektur im Stile der Neogotik heute selten gewordene Gestaltwerte darstellt.
- aus städtebaulichen Gründen, weil die exponiert zwischen zwei Hauptverkehrswegen gelegene bauliche Gesamtanlage das Ortsbild von Olewig nachhaltig prägt. Das Klostergelände ist ein kennzeichnendes Element des historischen Ortskerns.
- zur Belebung und Werterhöhung der Umwelt, weil die Klosteranlage herausragende Gestaltqualitäten besitzt, die sich aus den neogotischen Gebäudeteilen, der großzügigen Grünfläche, dem vorgelagerten Bachlauf sowie der freien Landschaft im Hintergrund ergeben.

Quelle: Denkmalzone ehemaliges Frauenkloster Sankt Xaveriusstift in Olewig

http://redaktion.trier.de/praefectus/trier?_SID=00122365142615&_bereich=artikel&_aktion=detail&idartikel=113129 [3]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Klosteranlagen
Zeit:
1885
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.667721
lat: 49.742588
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Olewig

Datenquellen
[1] Klöster in Trier von der Spätantike bis zur Gegenwart. Katalog zur Ausstellung der Katholischen Erwachsenenbildung anläßlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Trier vom 25.3. bis 1.11.1984 im Domkreuzgang. Konzeption: Prof. Dr. Franz J. Ronig.
[2] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010
[3] Homepage der Stadt Trier

Bildquellen
Bild 1: Stefan Kühn http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Stefan_K%C3%BChn/gallery
Bild 2: Stefan Kühn http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Stefan_K%C3%BChn/gallery

Stand
Letzte Bearbeitung: 12.08.2011
Interne ID: 12843
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=12843
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