Sankt Nikolaus

Gees, Stadt Gerolstein Kirchstraße
Beschreibung
Bruchsteinsaal, 1904, ehemaliger Chorturm; südlich barockes Schaftkreuz, Sandstein, bezeichnet 1819. [1]

Die Geeser Kapelle wird 1719 zum erstenmal erwähnt. Der "Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Filialkirche Sankt Nikolaus zu Gees" von 1980 ist zu entnehmen, dass De Lorenzi in "Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diözese Trier", Trier 1887, S. 283 sagt, dass sie aus dem Jahre 1580 stammt und den hl. Nikolaus zum Patron hat. Weiter ist in dieser Festschrift zu lesen, dass Wackenroder in "Die Kunstmaler des Kreises Daun«, Düsseldorf 1928, S. 84, nach Pfarrer Johann Ost aus Demerath über die Geeser Kapelle zitiert: "Die alte Kapelle nennt Ost 'mehrmals umgebaut', es steht noch der kleine dreigeschossige ehemalige Ostturm, an dem unter Verwendung als Westturm i. J. 1904 ein Neubau angefügt wurde. "Die mehrmaligen Anbauten sind im Zuge des damaligen Neubaues wohl abgerissen oder in den Neubau so weit wie möglich integriert worden".

Gees gehörte offenbar bis ins 19. Jahrhundert zu drei Pfarreien. Der Festschrift ist zu entnehmen, dass drei Häuser zur Pfarrei Rockeskyll gehörten, der Rest des Dorfes je zur Hälfte zu Sarresdorf und Neunkirchen (Steinborn). Man kann sich vorstellen,dass diese Situation nicht unbedingt das Wohlgefallen der Geeser gefunden hat. So haben sie denn wohl auch immer wieder versucht, wie andere Filialen in der Umgebung, eigenständige Pfarrei zu werden. Schließlich wurde Gees, wie auch Michelbach, ein eigener Vikar zugewiesen. 1781 ist Matthias Nohn aus Gillenfeld Vikar von Gees und dort auch noch 1790 Frühmesser, 1803 Johann Wilhelm Contzen aus Ellenz als Pater Cornelius. Bis 1803 gehört Gees kirchlich zur Pfarrei Steinborn (Neunkirchen). Eine wechselvolle Geschichte. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Geeser Kapelle, weil niemand sich so recht zuständig fühlt, im laufe der Zeit mehr und mehr verfällt. Nun raffen sich die Geeser Leute auf. Inzwischen scheinen die Zugehörigkeitsverhältnisse geklärt: Gees gehört zur Pfarrei Gerolstein. Im Beschlussbuch des Kirchenvorstandes von Gerolstein heißt es unter dem 6. 3. 1904: "Die Kapelle von Gees ist baufällig. Es wird ein Neubau beschlossen unter Beibehaltung des alten Turmes. 2000 Mark sind an Spenden schon vorhanden; die Geeser versprechen, die Restsumme noch aufzubringen." (Festschrift). Diese wenigen amtlichen Sätze sagen in ihrer Nüchternheit Bedeutsames aus. Den Geesern ist, nachdem die Zuständigkeiten geklärt sind, sehr viel an ihrer Kapelle gelegen. Die Höhe der Spendensumme, wohl ausschließlich von Geesern aufgebracht, ist für die damalige Zeit unwahrscheinlich. Und dass die Geeser versprechen, die "Restsumme" aus eigener Kraft aufzubringen, zeugt von ihrem Opferwillen für die ureigene Sache. So kann im Juli 1904 die Grundsteinlegung für den Neubau erfolgen und dieser bereits ein knappes Jahr später, im Juni 1905 (Pfingstmontag) eingeweiht werden.

Ende Mai 1980 feierten die Geeser das 75jähri-ge Bestehen ihrer neuerbauten Filialkapelle, die nach wie vor dem heiligen Nikolaus geweiht ist. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1904
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.700680
lat: 50.219793
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.gerolstein.de/

Datenquellen
[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010.
[2] Theo Pauly, Gerolstein in: http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1994/hjb1994.124.htm und Kreisverwaltung Vulkaneifel, Abteilung 1 - Kommunales und Recht; 2008.

Bildquellen
Bild 1: © Helmut Bauer, Trier, 2012.
Bild 2: © Helmut Bauer, Trier, 2012.
Bild 3: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2009.
Bild 4: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2009.

Stand
Letzte Bearbeitung: 26.09.2012
Interne ID: 13534
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