Ehemalige Reilkirche

Reilkirch, Gemeinde Reil
Beschreibung
Wallfahrt zu: Maria, Gnadenbild
Alter: 12. Jahrhundert [1]

Rechts der Mosel, dem Ort Reil gegenüber, stand die Reilkirche, von der nur noch der alte Friedhof Kunde gibt. Der Chronist gibt uns darüber weitere Nachricht: Schon im Jahre 1006 wird eine Kirche in Rila genannt. Im August dieses Jahres beurkundete nämlich König Heinrich der Zweite, dass das Marienstift in Aachen an die Kirche in Rila für den ihm überlassenen Zehnten daselbst jährlich 4 Fuder Wein zu entrichten habe. Die Kirche sah in ihrer Konstruktion den Kirchen in Zeltingen, Trarbach und der Hospitalkirche in Cues sehr ähnlich. Sie ruhte gleich diesen auf einem einzigen Pfeiler in der Mitte und hatte eine Größe von 40 Fuß [veraltetes Längenmaß: 1 Fuß = 12 Zoll, zwischen 28 und 43 cm] im Quadrat. Die Kirche war der allerseligsten Jungfrau geweiht und hatte 4 Altäre, Kelche und eine große und eine kleine Monstranz. Die Reilkirch galt immer als ein schöner Bau, obwohl sie die Hospitalkirche in Cues und die von Richard von Greifenklau erbaute Pfarrkirche in Rockeskyll an Erhabenheit bei weitem nicht erreichte. Im Laufe der Zeit wurde die Reilkirche ein vielbesuchter Marien-Wallfahrtsort. [2]

Das Schicksal der alten Pfarrkirche war besiegelt, als die neue Pfarrkirche (im Ort Reil selbst) am 12. November 1841 eingeweiht wurde. Der abbruch des alten Kirchengebäudes begann im Herbst 1842. [3]

Zu den Bildern:
1 und 2. Die Wallfahrtskirche "Unserer Lieben Frau von Reilkirch". Mariä Heimsuchung am 2. Juli galt als Kirchweihfest noch zu Cusanus' Zeiten.
3. Das Gnadenbild "Unserer Lieben Frau von Reilkirch", geschaffen zu Anfang des 14. Jahrhunderts, in Anlehnung an ein älteres Bild aus romanischer Zeit (nach Schiffhauer).
4. Grundriss der gotischen Marienkirche in Reilkirch mit quadratischem Laienraum und der Einmalsäule in der Mitte.
5. Das Sakramenthäuschen in der gotischen Wallfahrtskirche. [4]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Wallfahrtsstätten
Zeit:
12. Jahrhundert
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 7.119326
lat: 50.024645
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: In Pohl

Internet
http://www.reil-mosel.de/

Datenquellen
[1] Prof. Dr. Bernhard Schneider: Wallfahrten im frühneuzeitlichen Erzbistum Trier. In: Kurtrierisches Jahrbuch 2007. Hrsg.: Stadtbibliothek Trier und Verein Kurtrierisches Jahrbuch e. V. ISSN 0452-9081
[2 ] Festdruck Feuerwehr Reil, 1954.
[3] Joachim Schiffhauer: Die untergegangene Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Reilkirch. Eine zweischiffige gotische Kirche des 13. Jahrhunderts. Kurtrierisches Jahrbuch, 1962, S. 82-95.
[4]Walter Hauth: Trier und Nikolaus von Kues. Trier, Volksfreund-Druckerei (Koch), 1990.

Bildquellen
Bild 1: Walter Hauth: Trier und Nikolaus von Kues. Trier, Volksfreund-Druckerei (Koch), 1990.
Bild 2: Walter Hauth: Trier und Nikolaus von Kues. Trier, Volksfreund-Druckerei (Koch), 1990.
Bild 3: Walter Hauth: Trier und Nikolaus von Kues. Trier, Volksfreund-Druckerei (Koch), 1990.
Bild 4: Walter Hauth: Trier und Nikolaus von Kues. Trier, Volksfreund-Druckerei (Koch), 1990.
Bild 5: Walter Hauth: Trier und Nikolaus von Kues. Trier, Volksfreund-Druckerei (Koch), 1990.
Bild 6: Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803-1820) © GeoBasis-DE / LVermGeoRP 2016, dl-de/by-2-0, www.lvermgeo.rlp.de [Daten bearbeitet]© GeoBasis-DE / LVermGeoRP

Stand
Letzte Bearbeitung: 13.02.2017
Interne ID: 13745
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