Großbachmühle

Enkirch, Gemeinde Enkirch Im Großbachtal
Beschreibung
Östlich der Ortslage am Großbach: Großbachmühle; kleiner Fachwerkbau, teilweise massiv, wohl aus dem 19. Jahrhundert.

[Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2011.]



Kleiner zweigeschossiger Putzbau in Hanglage. Die Vollgeschosse in verputztem Bruchsteinmauerwerk mit hölzernen Tür- und Fenstereinfassungen, das Dachgeschoß in Sichtfachwerk, wohl 19. Jahrhundert. In einem kleinen Verschlag an der linken Traufseite möglicherweise das Mühlrad erhalten. Äußerlich weitgehend unverändert.

[Denkmalliste des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Juni 2008. Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Fachbereich Beraten, Planen, Fördern. Postfach 1420, 54504 Wittlich.]


Erbaut wurde die Mühle im Jahr 1834 von 25 Enkircher Bürgern. Die Baukosten betrugen pro Person 30 Taler also insgesamt 750 Taler. In den folgenden 4 Jahren wurden 3 Mühlenordnungen erstellt und im Jahr 1845 hat die Gesellschaft die Mühle "auf den Namen bekommen". Im Jahr 1882 wurde Daniel Georg übertragen, die Mühle zu unterhalten und gegen 18Mark/Jahr kleinere Reparaturen zu übernehmen. Die Kosten für das verbrauchte Holz übernahm die Gesellschaft. Im Jahr 1921 sind alle Erbauer verstorben und es kommt zu einer 4. Mühlenordnung.

Am 6.1.1950 kommen die Gesellschafter (26) zu dem Beschluss die Mühle zu reparieren. Der Mühlenbauer Kley aus Irmenach erhielt den Auftrag, ein Wasserrad, ein neues Getriebe und eine neue Stirnwand am Eishaus zu bauen. Die Kosten der Baumaßnahme beliefen sich auf 2742 DM. In den folgenden Jahren bis 1962 wurden noch einige Bauliche Veränderungen durchgeführt. Im Jahr 1962 mahlen von 31 Mitgliedern nur noch 6 ihr Korn in der Mühle. 1963/1964 kommt es zu ersten Verkaufsverhandlungen die damit enden das die Mühle im Jahr 1970 für 3000 DM an die Gemeinde Enkirch verkauft wurde. Damit kam es auch zu der Auflösung der Gesellschaft.

Die Mühle kann besichtigt werden, am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag), am internationalen Museumstag und im Zuge einer Ortsführung durch Enkirch.

Vereinschronik
Die Großbach Mühlengesellschaft Enkirch e. wurde am 16.01.1983 gegründet um die Großbachmühle vor dem endgültigen Verfall zu retten und sie wieder voll funktionsfähig aufzubauen. Inzwischen ist sie fast vollständig restauriert und es kann auch wieder mit einem Mahlgang gemahlt werden.

Der Verein wurde am 16.1.1983 von 9 Personen gegründet und nannte sich zuerst "Verein zur Rettung der Großbachmühle". Auf der 2. Mitgliederversammlung am 1.4.1983 wurde der Name umbenannt in "Großbach - Mühlengesellschaft Enkirch e. V.". Der Verein hat zur Zeit 25 Mitglieder die sich in den letzten Jahren mehr oder weniger alle am Aufbau der Mühle beteiligt haben.


Großbachmühle am Ungsberg
Der Bau der roten Mühle 1832 und Ausbau der Herrenmühle 1833 machte solche Schule, daß jeder begüterte Bürger ein Mühlenanteil besitzen wollte, und so stiegen solche sehr schnell im Preise an. So vereinigten sich wiederum 25 Bürger zum Bau der Großbachmühle, die bereits 1834 für
750 Taler in Betrieb genommen wurde. Nach über 130jährigem Betrieb konnte auch sie sich bei den neuen Verhältnissen nicht mehr halten und ist auch bei ihr der Betrieb im Jahre 1962 eingestellt worden.
(Hans-Immich-Spier; Ursprung der Enkircher Mühlen In: Ancharicum - Enkirch - 733 - 1983)

Gründung der Gesellschaftsmühlen:
Durch die 1793 erfolgte französische Besetzung unseres Landes wurden die alten Sponheimer Gesetze annulliert, wobei auch die verhassten Mühlenabgaben in Wegfall kamen. Dieses steigerte das Interessezum Bau von Gesellschaftsmühlen sehr, da die Vorteile derselben von den Starkenburgern seit 1723 bestens vordemonstriert wurden.

Eine durch Kriege verarmte Bevölkerung konnte jedoch nicht sogleich ihre Wünsche realisieren, da das Geld eben fehlte.

Preußen hatte bereits 1810 den Mühlenzwang der Bannmühlen aufgehoben, und als 1817 die Preußische Verwaltung eingeführt wurde, bestand also auch von dieser Seite aus keine Schwierigkeit.

Erst nach 1830 sollte intensiv damit begonnen werden. In zeitlicher Reihenfolge seien hier die Gründungen der Gesellschaftsmühlen wiedergegeben.

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Mühlen
Zeit:
1834
Epoche:
Klassizismus

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 7.159428
lat: 49.983882
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: In der Großbach an der Sonntagshell

Internet
http://www.grossbachmuehle.de/

Datenquellen
- Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2011.
- Denkmalliste des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Juni 2008. Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Fachbereich Beraten, Planen, Fördern. Postfach 1420, 54504 Wittlich.
- Homepage der Großbach Mühlengesellschaft Enkirch e.V. http://www.grossbachmuehle.de/
- Hans-Immich-Spier; Ursprung der Enkircher Mühlen In: Ancharicum - Enkirch - 733 - 1983)

Bildquellen
Bild 1: Homepage der Großbach Mühlengesellschaft Enkirch e.V.
Bild 2: Homepage der Großbach Mühlengesellschaft Enkirch e.V.

Stand
Letzte Bearbeitung: 06.08.2009
Interne ID: 15071
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