Ehemaliges Schloss Hunolstein

Hunolstein, Gemeinde Morbach
Beschreibung
Reste der Umfassungsmauern mit rundem Eckturm des gegen Ende des 12. Jahrhunderts gegründeten, 1522 zerstörten Schlosses der Vögte von Hunolstein. [1]

Ehemaliges Schloss der Vögte von Hunolstein. Sagenumwobener Sitz des Nibelungen Hunold. Ende 12. Jahrhundert gegründet. 1522 durch Franz von Sickingen zerstört. Reste der Umfassungsmauern mit rundem Eckturm bleiben erhalten. [2]

Von der Burgruine Hunolstein, am Rande des gleichnamigen Dorfes gelegen, ist nicht mehr viel stehengeblieben. Auf einer Länge von etwa 40 Meter erhebt sich die 1,30 Meter dicke Ringmauer. An der Südseite erreicht sie die stattliche Höhe von bis zu 8 Metern. An der östlichen Außenseite kleben Häuser, die nach der Aufgabe der Burg (seit 1637) angebaut wurden und bewohnt sind. Durch einen neuen Durchbruch in der Ringmauer gelangt man an den Fuß des riesigen Quarzitfelsens, der früher den Bergfried trug, von dem aber nur noch ein quadratischer Mauerrest von 3 Meter Höhe kündet. Wer den Felsen auf gut ausgebautem Pfad ersteigt, genießt von hier oben eine einmalige Aussicht nach Westen ins Tal der Großen Dhron und nach Norden zum Haardtkopf. Klein wie Spielzeug liegt zu Füßen des Hohen Steins die Mühle. Hunolstein, meist Hunstein oder Hoenstein genannt, wird erstmals 1190 in den alten Akten erwähnt. Seine Herrn, die Vögte von Hunolstein, waren 1238 Vasallen des Erzbischofs von Trier. Eine Nebenlinie wurde mit der Herrschaft Züsch belehnt und erbte später noch die Herrschaft Sötern. Ein herausragendes Datum in der Geschichte der Burg Hunolstein ist ihre Eroberung durch Franz von Sickingen im Jahren 1522. Aus dem Inventar, das nach der Plünderung angefertigt wurde, erfahren wir Einzelheiten über die Gebäude der Burg. Es werden Stallungen und Scheunen, eine Kapelle, eine Schäferei, ein Backhaus, eine Küche, ein Hofhaus und ein gewölbter Keller genannt. Eine Zeichnung von der Hand des Allenbacher Amtmanns Michael Richter zeigt uns die Vielzahl der Gebäude auf der Burg am Ende des 16. Jahrhunderts. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg so sehr zerstört, daß sie ab 1637 unbewohnt blieb. [3]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wehrbauten und militärische Anlagen / Burgen
Zeit:
Ende des 12. Jahrhunderts
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 7.04565
lat: 49.79878
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Gähen

Internet
http://www.hunolstein.de/

Datenquellen
[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2011.
[2] Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag
[3] Diethelm Prüm: Hochwald Landschaft und Geschichte; 1992

Bildquellen
Bild 1: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 3: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 4: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand
Letzte Bearbeitung: 20.08.2014
Interne ID: 152
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=152
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