Grabstein des Johann Heinrich Walscheid

Manderscheid, Stadt Manderscheid (Bernkastel-Wittlich) Kirchstraße 34
Beschreibung
Der Grabstein steht an der Umfassungsmauer der Pfarrkirche Sankt Hubertus gegenüber dem Haus Kirchstr. 34 auf einem Sandsteinpodest. Bis Ende des 19. Jahrhunderts soll dieser Grabstein in der Pfarrkirche gestanden haben. Leider ist durch Witterungseinflüsse der Sandstein und die Schrift sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Erkennbar ist in der Mitte im oberen Teil, in einem Medaillon, Gott Vater als göttlicher Richter dargestellt. Rechts und links davon gibt es Vertiefungen, die darauf hindeuten, das oberhalb des Totenkopfs mit der Sanduhr, der die Vergänglichkeit menschlichen Lebens darstellt und dem Aesculabstab mit Schlangen, der auf den Arztberuf hinweist, 2 Figuren oder Heilige angebracht waren.

Die Inschrift des Grabsteins - nur noch schwer oder im unteren Teil nicht mehr zu entziffern - lautet:

HIER LIEGT BEGRABEN

JOHANN HEINRICH WALSCHEID . PRACTISCHER
ARZT AUS MANDERSCHEID. GEBOR. D. 16. XBR.
1737 IM THAL DER GRAFSCHAFT NIEDERMAN-
DERSCHEID. IN FRÜHERN ZEITEN ACHT JAHRE
UND NEUN MONATHE MILITAERARZT IN KK
ÖSTERREICHISCHEN DIENSTEN UNTER DEM
NIEDERLÄNDISCHEN REGIMENT GRAFEN V:
ARBERG. GESTORBEN AM CHARFREITAGE
DEN 4. APRILL 1828 DES MORGENS 7 UHR.
FRÜHZEITIG MIT ALLEN H. STERBESACRA-
MENTEN VERSEHEN (IM) HOHEN ALTER
VON 91 JAHREN AN DEN FOLGEN (DER, EINER) MAGEN
(UNLESERLICH) ...SCHWÄCHE

R. I. P.

Johann Heinrich Walscheid war als Wundarzt und ChiRuhrg in und um Manderscheid tätig. Vermutlich war er auch AmtschiRuhrg des Amtes Manderscheid, denn er war auch bei den Musterungen als Arzt tätig. Die Familie Walscheid stammt aus Niedermanderscheid und gehörte zu den bedeutensten Familien Manderscheids. Die Eltern waren Adrian Walscheid und Anna Catharina geb. Otten. Die Initialen A. W. sind auf dem Türsturz des Pfortenhauses, Mühlenweg 1, mit der Jahreszahl 1769 eingemeißelt. (vgl. Foto) Der älteste Bruder, Hans Matthias Walscheid, war Spezialeinnehmer und Gerichtsschöffe. Johann Heinrich war mit Anna Maria geb. Theisen (aus Daun) verheiratet. Seine Söhne Johann Matthias und Peter Josef Walscheid waren Priester, der Sohn Johann Heinrich Walscheid promovierte an der Uni Gießen zum Doktor der Medizin und wanderte nach Amerika aus.

Das Haus in Niedermanderscheid ist das Pfortenhaus, die Initialen sind auf dem Türsturz angebracht.

[s. auch den Datensatz: Manderscheid (Bernkastel-Wittlich) - Torfahrthaus Mühlenweg 1] [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Grabstätten
Zeit:
Nach 1828
Epoche:
Klassizismus

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.813766
lat: 50.093469
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.manderscheid.de/

Datenquellen
[1] Friedbert Wißkirchen, Daun, 2009

Bildquellen
Bild 1: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2009
Bild 2: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2009

Stand
Letzte Bearbeitung: 15.03.2009
Interne ID: 17030
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=17030
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