Schloss Niederweis (1)

Niederweis, Gemeinde Niederweis Hauptstraße 9
Beschreibung
Das kleine barocke Schloss wurde für Franz Eduard Anton Baron von der Heyden erbaut.

Das Wappen der einstigen Herrschaft Niederweis über der Freitreppe des Hauptportals mit der Jahreszahl 1751 ist eines der wenigen Zeugnisse über die Erbauungszeit des Schlosses. Franz Eduard Anton von der Heyden wurde am 01.11.1693 in Niederweis geboren. Er machte schon in jungen Jahren Karriere und wurde als Präsident des Provinzialrates von Luxemburg ranghöchster Beamter des Luxemburger Landes.
Der letzte Baron von der Heyden, Clemens Wenzeslaus, starb 1840 unverheiratet. Er hinterließ sein gesamtes Vermögen dem Kreis Bitburg zur Erziehung verwaister Kinder und Pflege armer älterer Personen. Schloss Niederweis wurde mehrfach verpachtet und verlor ganz seinen ursprünglichen Charakter. Erst im Jahre 2005 kam wieder Leben ins Schloss. Familie Schneider erwarb das barocke Kleinod von der "Von Heyden und Schütz’schen Stiftung" und begann es in liebevoller Kleinarbeit wieder zu dem zu machen was es einst war.

Das Gebäude wurde 1751 als dreiflügeliger barocker Aufbau konzipiert. In Luxemburg wurden in den Jahren 1765/69 umfangreiche Katasteraufnahmen gemacht (Marie-Theresianischer-Kataster), bei denen nicht nur die Anzahl sondern auch der Zustand und die Ausstattung der Güter erfasst wurden. Bei Schloss Niederweis findet sich der Zusatz "unvollendet". Franz Anton Eduard von der Heyden ist 1755 verstorben und hatte wohl in seinen letzten Lebensjahren nicht mehr die Kraft, sein Werk zu vollenden. Seine Nachkommen waren offenbar nicht von der Größe, den Bau fertig zu stellen. An Mitteln hat es nicht gefehlt. So blieb Schloss Niederweis das "unvollendete".

Das Schloss ist ein zweigeschossiger verputzter Bruchsteinbau mit einem Mansarddach. Eine Freitreppe mit sieben Stufen führt zu einem Rundbogenportal, über dem in dem Schlussstein das Erbauungsjahr zu lesen ist. Aus der Erbauungszeit sind in den Zimmern des Hauptflügels ein großer Kamin mit Aufbau, Wand- und Takenschrank sowie eine Stuckdecke erhalten.

Mit besonderem Augenmerk für das Zeitalter des Barocks wurden die Räume wieder so originalgetreu rekonstruiert, dass sich die Besucher für einen Augenblick in den üppigen und zugleich feinsinnigen Glanz dieser Epoche zurückversetzt fühlen. Im Schloss selbst befindet sich heute ein Standesamt mit einem angrenzenden Saal, der sich für kleinere Feiern oder Seminare eignet. Ein Weinkeller für Weinproben und besondere Feierlichkeiten im historischen Gewölbekeller befinden sich zur Zeit im Bau.

Auf dem Schlossgelände befinden sich außerdem eine restaurierte Zehntscheune, die das neue Schlossrestaurant beherbergt, die Tenne und ein eigenes Schlosscafé. Die Tenne dient als großer Festsaal, der Platz für Konzerte, Theater, private Feiern, Firmenevents und sonstige Veranstaltungen in einem besonderen Ambiente bietet.

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Feudale Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
1751
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.464815
lat: 49.870207
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Niederweis

Datenquellen
Andrea Fischbach, 2009. http://www.schloss-niederweis.de/

Bildquellen
Bild 1: Andrea Fischbach, 2009. http://www.schloss-niederweis.de/
Bild 2: Andrea Fischbach, 2009. http://www.schloss-niederweis.de/

Stand
Letzte Bearbeitung: 04.08.2009
Interne ID: 17163
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=17163
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