Ehemaliger Flugplatz Bitburg

Mötsch, Stadt Bitburg
Beschreibung
Nach Kriegsende, im Jahr 1945 war Bitburg fast völlig zerstört und die Menschen waren über das Ende der Kriegszeit erleichtert. Dennoch kam der Flugplatz Bitburg wieder zum Einsatz. Aufgrund des Koreakriegs und der allgemeinen Entwicklung in Europa verhärteten sich die Fronten zwischen Ost und West, so dass die Militärstrategen Pläne zur Verteidigung Mitteleuropas entwickelten.

Diesen folgend legte die Nato den Flugplatz Bitburg an. Die ortsansässigen Bauern mussten ihr kostbares Ackerland für das Vorhaben hergeben. Bereits im Dezember 1952 landete der Jagdbomber des 36. Taktischen Jagdgeschwaders (1940 gegründet) auf dem künftigen Heimatflughafen. In den folgenden Jahren wurde der Flugplatz ständig vergrößert. Im Sommer 1989 kam es zu einer wesentlichen Erweiterung, die eine Installierung des modernen Luftabwehrraketen-Systems Patriot beabsichtigte. Für die zusätzlichen 585 Soldaten, die fortan dort stationiert waren wurde ein 50 Hektar großes Baugelände erschlossen. Im gleichen Jahr setzte jedoch politisches Tauwetter ein und die europäische Lage entspannte sich. Dies veranlasste die amerikanische Regierung über das Schließen einer Reihe von Militäreinrichtungen in Europa nachzudenken. Aufgrund dessen wurden zwei Jahre später die Fliegerhorste im Bitburg- Wittlicher Land aufgelöst und 1994 verließen die letzten Maschinen die Stadt. Mit dem Abzug der Amerikaner ging ein beachtlicher Wirtschaftssektor der Stadt Bitburg verloren. Dies kam einer Katastrophe gleich, denn neben der Bitburger Brauerei war die Air-Base ein wichtiger Arbeitgeber. Rund 600 Arbeitsplätze fielen weg und hinzu kamen rund 180 Millionen Mark, welche die stationierten Amerikaner ausgaben und somit fast 10 Prozent der gesamten Wertschöpfung des Landkreises Bitburg-Prüm darstellten.

Die Housing blieb weiterhin bestehen und die Militärkräfte des Flugplatz Spangdahlem bezogen die freien Wohnungen und nutzten die vorhandenen Einrichtungen. Weiterhin mussten auch Ideen für die Umnutzung von Flughafenhangars, unterirdischen Bunkeranlagen, Verwaltungs- und Wohngebäuden konzipiert werden, denn fortan wurde das Gebiet der Stadt zur zivilen Nutzung überlassen. Aber statt in Lähmung und Depression zu versinken, nahmen die Bitburger die Herausforderung an und nutzten zielstrebig und schlau die Chancen zum Neubeginn. In diesem Sinne wurde 1994 der Zweckverband Flugplatz Bitburg gegründet. Die Konversionsfläche bot günstige Gelegenheiten für Handwerks- und Industriebetriebe, da Geländeflächen, Lagerräume sowie eine ideale Verkehrsanbindung bereits vorhanden waren. Darüber hinaus fand auch eine Umnutzung zugunsten des Freizeit und Sportsektors statt. So entstanden Hotels und Unternehmen der Unterhaltungsbranche, wie beispielsweise Kartbahnen, Sport- und Kongresszentren u. v. m. 2001 waren rund 90% der gewerblichen Flächen des ehemaligen Flugplatzes vermarktet und rund 1100 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Trotz alle dem gehören die Amerikaner noch immer zum Straßenbild in der Stadt. Die amerikanische Wohnsiedlung mit ihren 1.300 Wohnungen und vielen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhaus, Einkaufszentren etc. sowie die ehemaligen französische Kaserne in der Mötscher Straße wurden von der benachbarten US-Air Base Spangdahlem übernommen. Auf diese Weise wohnen heute wieder über 3.000 amerikanische Mitbürger in der Stadt Bitburg. [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Flugverkehr
Zeit:
1952
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.570937
lat: 49.947861
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei Tharst

Internet
http://www.bitburg.de/

Datenquellen
[1] Nadine Lichter: Militärische Güter als Kulturgut. Zusammenstellung der wichtigsten militärischen Denkmäler und Anlagen des Bitburger und Speicherer Landes und Umgebung. Bitburg, 2005.

Bildquellen
Bild 1: Lothar Monshausen, Fotostream http://www.flickr.com/photos/lomo56/

Stand
Letzte Bearbeitung: 29.07.2009
Interne ID: 17391
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