Maria Heimsuchung

Farschweiler, Gemeinde Farschweiler Kirchweg
Beschreibung
Vom ehemals ummauerten Kirchhof umgeben, nimmt die Pfarrkirche den natürlichen Dorfrand über dem Felsabfall zum Bachtal ein.

Geosteter, dreiseitig geschlossener Saalbau zu fünf Achsen Rundbogenfenstern; Westturm mit achtseitigem Pyramidenhelm. Der Kirchenbau entstand in zwei Bauphasen. Das vierachsige Schiff wurde 1788 unter Beibehaltung des Turmes und des spätgotischen Chors nach Plänen des Baumeisters Johann Funck errichtet. Chor und Turm wurden 1844 abgebrochen und das Schiff dreiseitig geschlossen. Durch Einbeziehung einer Schiffsachse und Abtrennung durch einen Chorbogen wurde der neue Chorraum gebildet. Gleichzeitig wurde das Schiff nach Westen um zwei Achsen erweitert und der Turm vorgesetzt.

Das gestreckt voluminöse Langhaus ist stilistisch einheitlich schlicht ausgebildet. Das Traufgesims ist am Turm als Geschoßgesims fortgeführt. Der Westturm zeigt in den sich anpassenden rundbogigen Formen zeitentsprechende Schmuckelemente des 19. Jahrhunderts, wie architravierte Bögen und Überfanggesimse. Das Portal an der Südseite ist an Stirn- und Nordseite des Turmes in Blendbögen wiederholt. Das Innere ist flach gedeckt, der rundbogige Chorbogen am Kämpfer betont. Die barocke Ausstattung tonangebend für die harmonische neubarocke Einbindung und Renovierung.

Der Hochaltar bestehend aus einem 1897 konsekrierten Steinaltar und einer hübschen Säulenretabel des Rokoko. Vor der Mittelnische Mondsichelmadonna mit Kind. Im Zelebrationsaltar eingefügt zwei Gewölbeschlußsteine des alten spätgotischen Chors mit den Darstellungen einer Mondsichelmadonna mit Jesusknaben und Johannes d. T. Neben Figurenschmuck des 19. Jahrhunderts mit typischem Bildprogramm ein heiliger Jakobus 18. Jahrhunderts; eigentümlicher Taufstein in Kelchform.

Die Pfarrkirche stellt im Trierer Land einen typischen Kirchenbau der Zeit zwischen Ende des Kurstaates und Mitte des 19. Jahrhunderts dar. Baulich wird dies durch die Erneuerung des Westturms angezeigt und stilistisch durch die traditionsorientierte Formensprache ausgedrückt. Teil der Umgebung ist die weitgehend noch originale Ummauerung des Kirchhofes in Schieferbruchsteinmauerwerk. Unterbrochen wird dieser ummauerte Bereich durch das neue Pfarrhaus, das die Flankenwirkung des Vorgängerbaues für die Westseite nicht erreicht. Auf einem Torpfeiler eine ehemalige Wandfigur des heiligen Johannes aufgestellt. Erhalten hat sich das Friedhofskreuz des 19. Jahrhunderts, ein größeres gußeisernes Kreuz mit Korpus auf Sandsteinpfeiler, ähnlich dem in Thomm. [1]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Funck, Johann (Baumeister)
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1788
Epoche:
Klassizismus

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.828003
lat: 49.717852
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Hinter dem Herrenhaus

Internet
http://www.farschweiler.de/

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.2 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-110-6 (1. Auflage 1994)

Bildquellen
Bild 1: © Michael Grün, Trier, 2019.
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2001
Bild 3: © Helge Rieder, Konz, 2001

Stand
Letzte Bearbeitung: 17.06.2019
Interne ID: 1743
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=1743
ObjektURL als Mail versenden