Sankt Antonius von Padua

Prosterath, Gemeinde Beuren (Hochwald) Antoniusstraße
Beschreibung
In der Antoniusstraße als giebelständiger Akzent eingefügter Saalbau, dessen Fassade ein Blickpunkt der einmündenden Brunnenstrasse ist.

Der auffallend schlank aufstrebende neugotische Bau mit Sandsteingliederungen wurde 1888 errichtet. Laut Schulchronik lieferte der Kölner Baumeister Staats den Plan, das heisst Vincenz Statz (1819-1898) oder sein Sohn Franz Statz.

Im Innern der Kirche befindet sich ein kleiner dreiachsiger Saal mit leicht eingezogenem dreiseitig schließendem Chor. Der Baukörper wurde mit einem klaren Gliederungsgerüst einheitlich durchkomponiert. Der steile Innenraum ist im Schiff kreuzgratgewölbt und die Joche trennen rippenförmige Gurte über Konsolen. Der Chor ist kreuzrippengewölbt. Die fast gänzlich erhaltene originale neugotische Ausstattung verbindet sich mit der Architektur zu einer eindrucksvollen Einheit.

Glanzstück ist der 1896 von einem Meister Weis geschaffene Flügelaltar mit reichlich figürlichem Schmuck und Holzreliefs mit Szenen aus der Heiligenlegende des Antonius von Padua. Gleichzeitig sind die Figuren der heiligen Anna und Johannes desTäufers seitlich des Chorbogens zu sehen. Von der weiteren Ausstattung sind die Empore, die geschnitzte Kommunionbank und die originalen Farbglasfenster im Chor bemerkenswert. Bei der Restaurierung wurde die Farbigkeit am Außenbau nach dem originalen Farbkonzept wieder hergestellt.

Die Filialkirche ist ein kleines Gesamtkunstwerk der Neugotik. [1]

„Eine bedeutende Verschönerung hat Prostrath durch die neuerbaute Kapelle erlangt. Im Nachsommer des Jahres 1887 regte Herr Pfarrer Heimes von Beuren den Neubau einer Kapelle an und zwar mit dem besten Erfolge. Im nächsten Winter wurden dann die Bausteine gegraben und angefahren. Am 23. April 1888 wurde mit dem Ausgraben der Fundamente begonnen und am 21. Mai der Grundstein gelegt. Der Bauplan wurde von dem Baumeister Staats aus Köln angefertigt und die Leitung des Baues dem Bauunternehmer Mendgen aus Trier übertragen. Die Kapelle kam noch vor Winter unter Dach. Am 2. September 1889 fand die Einsegnung statt. Im Sommer 1890 wurde die Kapelle durch den Dekorationsmaler Stoffels aus Trier gemalt. Der Bau an sich, sowie die Ausstattung im Innern sind im gotischen Stile ausgeführt. Die Kapelle ist recht schön.“ [2]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Statz, Vincenz (Architekt und Baumeister), Köln [1819-1898].
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1888
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.923991
lat: 49.737571
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.beuren-hochwald.de/

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Trier-Saarburg, 12.1 Wernersche Verlagsgesellschaft 1994.
[2 Auszug aus der Dorf- und Schulchronik Prosterath, Lehrer Nikolaus Lenz.

Bildquellen
Bild 1: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2009.
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 3: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 4: © Helmut Schuh, Horath, 2018.

Stand
Letzte Bearbeitung: 12.03.2018
Interne ID: 2024
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=2024
ObjektURL als Mail versenden