Ehemaliges Franziskanerinnenkloster Sankt Afra

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Liebfrauenstraße 6
Beschreibung
Liebfrauenstraße 5, 6: ehemaliges Franziskanerinnenkloster Sankt Afra; Nr. 5 Umfassungsmauern der dreigeschossigen barocken ehemaligen Klostergebäude, 1713–28, straßenbildprägende Toreinfahrt, bezeichnet 1728; Nr. 6 ehemalige Kirche, Saalbau, 1721–24, Architekt Franziskanerbruder Odericus Weiler (?) [1]

Das Nonnenkloster wurde vor 1271 vom Trierer Domkapitel insbesondere zur Krankenpflege seines Dienstpersonals gegründet und später mit Franziskanertertianerinnen besetzt. 1785 durch Kurfürst Clemens Wenzeslaus aufgehoben, diente es ab 1788 als Mädchenwaisenhaus, von 1851-79 als Töchterschule der evangelisch Gemeinde und wurde schließlich zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Die in ihren Umfassungsmauern erhaltene Klosteranlage geht auf einen barocken Neubau zurück. Die Kirche, 1721 begonnen und 1724 geweiht, wird dem 1725 verstorbenen Franziskanerbruder Odericus Weiler als Planentwerfer zugesehrieben. Die übrigen Klostergebäude 1713-28 erbaut.

Die erhaltenen Klostergebäude (Nr. 5) bestehen aus zwei rechtwinklig aneinandergebauten, dreigeschossigen Trakten. Die Obergeschosse der straßenseitigen Fassade zeigen noch die ursprüngliche sechsachsige Gliederung. Den straßenbildprägenden Hauptakzent bildet die Toreinfahrt mit Sprenggiebel, Auszug mit Figurennische und Ädikula-Motiv. Sowohl im Formenduktus als auch im Baudekor ist die durch ein Chronogramm 1728 datierte Portalarchitektur verwandt mit dem um 1730 von Joseph Walter entworfenen Portal des Welschnonnenklosters, in einem Chronogramm bezeichnet FVNDITVS / ERIGERATVR (E als N renoviert) / HOONORI DEI (H als N renoviert) / DIVI FRANCISCI / (E)T SFRAE PATRO(NAE) (S als B renoviert).

Die ehem. Kirche (Nr. 6), unter der früher der Weberbach durchfloß, war im 19. Jahrhundert, vielleicht auch schon zu ihrer Erbauungszeit, in die Zeilenbebauung eingebunden. Die nur auf den Längsseiten freistehende, nord-süd-gerichtete Saalkirche grenzt mit ihrer als Fassade ausgebildeten östlichen Längswand an die Liebfrauenstraße, tritt aber gegenüber dem straßenseitigen Klostertrakt deutlich zurück. Auf hohen Postamenten stehende Pilaster unter einem mächtigen Gebälk gliedern die Fassade. Die Fenster anläßlich des Umbaus zur Wohnung durch eine Zwischenbrüstung unterteilt. Nicht mehr erhalten das säulenflankierte Straßenportal. [2]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Weiler, Odericus, Franziskanerbruder
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Klosteranlagen
Zeit:
1721-24
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.642395
lat: 49.754743
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquellen
[1] Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz; 2010.
[2] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001)

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
Bild 2: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
Bild 3: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
Bild 4: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
Bild 5: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
Bild 6: © Peter Valerius, Kordel, 2011.

Stand
Letzte Bearbeitung: 26.06.2003
Interne ID: 22886
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=22886
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