Eishöhle

Birresborn, Gemeinde Birresborn
Beschreibung
Naturdenkmal Eishöhlen [1]

Die Nutzung vulkanischer Gesteine hat zur Bildung der eigenartigen Eishöhlen geführt, von denen bis vor wenigen Jahren noch zwei das ganze Jahr hindurch Eiszapfen aufwiesen. Von Natur aus entstehen im Vulkangebiet keine Höhlen. Die Steinmetze waren es, die zur Gewinnung von Mühlsteinen Gänge in die Basaltlager hineintrieben. Ohne Verwendung von Sprengmitteln wurden die Rohsteine von der Wand gelöst. In Umrissen wurde der Stein vom Felsen losgemeißelt und überall dort, wo er noch Verbindung hatte, wurden in kleine Löcher Holzkeile eingeführt. Sie wurden ständig nass gehalten, so dass sie sich ausdehnten und schließlich von der Wand lossprengten.

Wie aber kommt es dazu, dass sich im gemäßigten Klima unseres Raumes auch in warmen Sommermonaten Eis in einer solchen Höhle halten kann?
Voraussetzung ist, dass die Höhlen nur eine Öffnung haben und ihr Bodenbergeinwärts abfällt. So kann im Winter kalte Luft ein- aber nicht mehr abfließen. Ein Austausch mit der wärmeren Sommerluft findet nicht statt, da diese leichter ist und die kalte Höhlenluft nicht verdrängen kann. [2]

Nördlich von dem schön gelegenen Ort Hohenfels liegt der 583,3 Meter hohe Mühlenberg. Auf diesem Berg sind mehrere umfangreiche Steinbrüche im Betrieb. In verschiedenen stillgelegten Steinbrüchen liegen noch heute aus Basaltlava bestehende Mühlsteine, die vor vielen Jahren hergestellt wurden. Auch große Höhlengänge fehlen nicht, die zum Teil mit ungewöhnlichen Namen belegt sind. Da gibt es neben einer Martinhöhle eine Borussiahöhle und eine Schwedenfeste. Letztere besitzt einen befestigten Eingang und soll im 30jährigen Kriege zur Verteidigung gedient haben.

Durch Steinentnahme entstandene Höhlen und Höhlengänge gibt es auch auf dem 698,7 Meter hohen Erresberg, der fälschlich auch Ernstberg genannt wird. Die größte Höhle soll mit allen Nebengängen 200 Meter lang gewesen sein, doch sind in den letzten Jahren an zahlreichen Stellen Deckenteile eingestürzt.

Der Gipfel des Erresberges ist mit mächtigen Lavafelsen bedeckt. In seiner Nähe befindet sich ein Lavasteinbruch, dessen Ausgang von einer aus Lava bestehenden, wagenbreiten Brücke überspannt ist, deren Bestandteile beim Abbau zur Erleichterung der Abfuhr der Steinmassen mit Absicht stehen gelassen wurden. So kann man in den verlassenen Lavasteinbruch unter der Brücke hinein- und hinausgehen.

Geschützt sind auch die Eishöhlen 2 Kilometer nordwestlich von Birresborn, im Kreise Prüm, im Jagen 22 des Gemeindewaldes. Vor und neben den Eingängen liegen gewaltige Lavablöcke. Im Sommer, wenn man zwischen den Lavablöcken hindurch in die Nähe der Höhleneingänge gelangt, spürt man die kalte, aus den Höhlen nach außen strömende Luft. Die Eishöhlen wurden in verflossenen Jahrzehnten von dem Bierbrauereibesitzer Kersten auf Burg Mürlenbach als Eiskeller benutzt. Sie sind aus diesem Grunde zum Teil ausgemauert. Seit 1938 stehen die Höhlen unter Naturschutz. Auch der Gipfel des Vulkans Kahm bei Birresborn ist geschützt. [3]

Der Besuch von Höhlen kann gefährlich sein. Bitte verhalten Sie sich im Punkt Sicherheit in allen Höhlen so, als ob Sie der Erstbegeher sind.

"Wenn Du in
eine Höhle gehst...
nimm nichts mit,
lass nichts zurück,
zerstöre nichts und
schlag nichts tot!"

Laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes beginnt die Fledermausschutzzeit am 01. Oktober und endet am 31. März. In diesem Zeitraum ist das Betreten von Höhlen, Grotten, Bunkern, Stollen und anderen potentiellen Winterschlaf-Behausungen von Fledermäusen gesetzlich untersagt. [Redaktion]

Einordnung
Kategorie:
Naturobjekte / Höhlen /
Zeit:
20.04.1938 (Unterschutzstellung)
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.600594
lat: 50.177649
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: An den Eishöhlen

Internet
http://www.birresborn.de/naturdenkmal.asp?=

Datenquellen
[1] LANIS - Landschaftsinformationssysten der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz, 2015. http://www.naturschutz.rlp.de/?q=naturdenkmal
[2] Eifeler Internet Seiten
[3] Peter Joseph Busch: Naturdenkmale-Ein Heimatbuch des Trierer Raumes. Verlag Aurel Bongers, Recklinghausen. 1952.

Bildquellen
Bild 1: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2009.
Bild 2: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2009.
Bild 3: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2009.
Bild 4: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2009.

Stand
Letzte Bearbeitung: 07.01.2016
Interne ID: 23181
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=23181
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