Sankt Paulin - Denkmal Louis Counet

Nord, Stadt Trier Thebäerstraße 52/54
Beschreibung
Inschrift:

ZUM
ANDENKEN
AN DEN MALER
LUDWIG COUNET
GEST. AM 5. AUGUST
1721

Louis Counet, geboren 1652 in Lüttich (Belgien), gestorben am 5. August 1721 in Trier.

Louis Counet nannte sich auch Jean Louis, Lodovicus, Ludwig oder Lud. sowie Cunnet und Counette. Er wurde 1683 als Kirchenmaler nach Trier für die sich zwischen 1680 und 1684 im Aufbau befindliche Kirche Sankt Maximin und für die geplante Kirche Sankt Paulin berufen. 1690 erwarb er mit seiner Frau Pétronille Hardy und seinen Kindern das Bürgerrecht.

Zu seinen Auftraggebern zählten vor allem Klöster und Stifte, die Counets beruflichen Aufstieg in Trier beförderten. Dennoch widmete er sich nicht ausschließlich religiösen Themen. Zur Bandbreite seines Könnens zählten auch Historienbilder oder Darstellungen aus der griechisch-römischen Mythologie, wie einige Gemälde im Besitz des Stadtmuseums Simeonstift Trier zeigen.

Counet kehrte regelmäßig nach Lüttich zurück und wirkte dort u.a. zwischen 1717 und 1720 an der Ausgestaltung des Rathauses mit. Am 5. August 1721 fiel er in Trier einem Raubmord zum Opfer. [1]

[...] Louis Counet wurde im Jahr 1652 in Lüttich geboren, wo er seine künstlerische Ausbildung vermutlich bei Bertholet Flémal, einem der Hauptvertreter der Lütti-cher Malerschule, erhielt. Eine Studienreise führte ihn nach Italien, bevor er 1683, im Alter von 30 Jahren, dauerhaft nach Trier übersiedelte. Hier arbeitete er zunächst für verschiedene Abteien und Klöster. Für den Laurentiusaltar der Abteikirche Sankt Maximin entstand beispielsweise das Gemälde "Der heilige Laurentius tauft Lucillus im Kerker", das sich heute im Stadtmuseum Simeonstift Trier befindet.

Vor allem geistliche Auftraggeber förderten fortan Counets beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg. Und so dominierte er bald die Trierer Kunstszene. Zu seinen umfangreichsten Aufträgen zählt eine Reihe großformatiger Märtyrergemälde für das Stift Sankt Paulin, von denen drei erst kürzlich restauriert wurden.

Werke dieser Art, deren Größe und Pathos das Publikum zu beeindrucken ver-mochten, ließen Counet zu einem gefragten Maler bei vermögenden Auftrag-gebern der gesamten Moselregion werden. Neben Werken mit religiösen Themen, die zweifellos einen Schwerpunkt in seinem Schaffen darstellen, entstanden mit der Zeit auch Porträts, Darstellungen aus der antiken Mythologie und Historienbilder. Oft rückte Counet dabei nach dem Vorbild der Bilderfindun-gen der Hochrenaissance die Figuren und Personengruppen an den vorderen Bildrand. Statuarisch sind sie auf das Publikum ausgerichtet, während Dynamik durch Farbigkeit und Lichtführung angedeutet wird. Besondere Sorgfalt gilt jeweils auch der Ausführung des Licht-Schattenspiels im reichen Faltenwurf der Gewanddarstellungen.

Sein Ruhm hatte ihn zu Ansehen und Wohlstand verholfen, der ihm letztendlich aber zum Verhängnis wurde: Am 5. August 1721 fiel der Künstler in Trier einem tragischen Raubmord zum Opfer. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Marken und Male /
Zeit:
1721
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.651920
lat: 49.762389
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=St._Paulin&oldid=38745486

Datenquellen
[1] http://wiki.volksfreund.de/Louis_Counet
[2] http://www.museum-trier.de/ausstellungen/archiv/archiv-2009/louis-counet.html

Bildquellen
Bild 1: Palauenc05, Trier wegekreuz 1721, CC BY-SA 4.0

Stand
Letzte Bearbeitung: 08.02.2017
Interne ID: 23196
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=23196
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