Gedenkstein für Pater Böffgen auf dem Waldfriedhof

Gerolstein, Stadt Gerolstein
Beschreibung
[...] Pater Josef Böffgen wurde am 19. August 1981 - nach einer großen Trauerfeier in seiner Heimatstadt Gerolstein am Vortage - auf dem Pallottiner-Friedhof in Limburg an der Lahn beerdigt. Freunde setzten ihm im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung Gerolstein im Jahre 1986 einen Gedenkstein auf dem Gerolsteiner Waldfriedhof. [1]

Inschrift:

PATER
JOSEF BÖFFGEN
PRIESTER U. CHRONIST
1914 - 1981

Aus dem Nachruf des Pallottiner Ordens zum Tode von Pater Josef Böffgen von P. Karl Dirkes SAC:

"P. Josef Böffgen wurde am 04.08.1914 in Gerolstein, Eifel, geboren. Mit seinen drei Geschwistern wuchs er auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Anwesen heran; neben der Landwirtschaft übte sein Vater noch den Beruf des Schuhmachermeisters aus. Von 1920 bis 1926 besuchte er die Volksschule seiner Heimatstadt. Als Elfjähriger kam er im April 1926 nach Vallendar/Schönstatt in unser Studienheim. 1934 konnte er dort seine humanistischen Studien abschließen.
Noch im gleichen Jahr wurde er am 13.05.1934 mit der Einkleidung ins Noviziat zu Olpe aufgenommen. Wegen seiner Erkrankung konnte er das in Olpe begonnene Noviziat nicht fortsetzen; er kam in die Schweiz nach Morschach, konnte nach der Behandlung seiner Krankheit sein Noviziat fortsetzen, das er mit der ersten Weihe an die Gemeinschaft am 18.10.1936 abschloß. Die nun folgenden Studien der Philosophie und der Theologie setzte er in der Schweiz fort. Einen Teil der theologischen Studien absolvierte er von November 1938 - Juli 1939 in Rom. Seine Lebensweihe an unsere Gemeinschaft legte er am 28.05.1939 in Limburg ab. Von Bischof Marius Besson, Bischof von Lausanne, Geneve und Fribourg erhielt er am 29. März 1941 die Priesterweihe.
Noch hatte P. Josef Böffgen seine theologischen Studien nicht ganz vollendet, als er am 04.05.1942 zum Kriegsdienst einberufen wurde. In Guben/Niederlausitz und Frankfurt/Oder wurde er als Sanitäter ausgebildet und danach der 26. Panzerdivision zugeteilt. Der Sanitätsdienst führte ihn nach Frankreich und Belgien; später kam er in den Einsatz nach Italien. Während der Militärzeit machte er das Dolmetscher-Examen in Französisch und Italienisch. Gegen Kriegsschluß geriet er in Gefangenschaft, aus der er am 14.09.1946 entlassen wurde.
Das noch ausstehende letzte Semester in der Theologie leistete er 1945/46 an unserer Theologischen Hochschule in Vallendar ab. Der Sommer 1946 sieht P. J. Böffgen aushilfsweise als Präfekt und Lehrer in Rheinberg und später in Rheinbach. Aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse wurde P. J. Böffgen 1948 nach Chile versetzt. Anfangs arbeitete er dort als Sekretär des Regionais, danach als Lehrer in Santa Cruz und Leiter der apostolischen Schule in Santiago de Chile. 1952 kehrte er mit chilenischen Novizen nach Deutschland zurück. Schon bald nach der Rückkehr aus Südamerika wartete auf P. J. Böff­gen eine neue Aufgabe; seine Obern sandten ihn nach Rom, um an der Lateranbasilika den Sakristansdienst zu übernehmen. Nach drei Jahren führte ihn sein Weg wieder zurück nach Deutschland ins Saarland. Zuerst übernahm er stundenweise Religionsunterricht an Berufsschulen. Mit dem 01.11.1957 wurde er durch die Regierung des Saarlandes als Religionslehrer an der Franz-Liszt-Schule in Saarbrücken angestellt. Mit Wirkung vom 14.04.1958 wurde er an die Bezirksberufsschule in Völklingen versetzt. Von 1959 - 1965 und in der Zeit von 1972 - 1974 war er zusätzlich Vizerektor unserer Niederlassung in Völklingen/Wehrden. Bis 1974 konnte P. Josef Böffgen seinen Dienst als Religionslehrer in Völklingen ausüben.
Gesundheitliche Gründe zwangen ihn dann, diesen ihm liebgewordenen Dienst aufzugeben; für ihn kein leichter Schritt. Von diesem Zeitpunkt an bis zum 30.11.1979 war P. J. Böffgen dann in der Seelsorge in seiner Heimat an St. Anna in Gerolstein tätig. Nachdem er im Oktober 1977 schwer erkrankte, mußte er mit dem 30.11.1979 diese Tätigkeit aufgeben. Damit gab es für P. J. Böffgen zwar keine offiziell verpflichtende Arbeit mehr, aber keineswegs Ruhe. Nach Kräften half er weiterhin in der Seelsorge aus, und vor allem hatte er jetzt die Zeit, sich seiner Heimatstadt mehr als bisher zu widmen. Wohin auch immer ihn die Weisung seiner Obern rief, immer blieb er eng mit seiner Heimatstadt Gerolstein verbunden. Wann immer er in seinen beiden letzten Lebensjahren Zeit erübrigen konnte, widmete er sich seinem "Hobby": der Heimatforschung. Aus alten Archiven und Veröffentlichungen stellte er in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Gerolstein eine ganze Serie von Büchern und Heften zusammen; manche erlebten in kurzer Zeit mehrere Auflagen. Durch verschiedene Auszeichnungen hat die Stadt Gerolstein ihm ihren Dank ausgesprochen.
Nun hat Gott ihn sehr schnell zu sich gerufen.
P. J. Böffgen war ein guter und tief religiöser Christ und Priester. Er wußte sich von Gott gerufen und in den Dienst genommen; das gab ihm die Kraft, seiner Berufung auch in schwerer Zeit treu zu bleiben. Wiewohl er in der Zeit seiner Ausbildung und der späteren priesterlichen Tätigkeit oft mit Krankheiten belastet war, kannte er für sich keine Schonung. Mit ganzer Kraft setzte er sich stets für die ihm übertragenen Aufgaben ein. Als Leiter der Regionalgemeinschaft Saar setzte er sich nachhaltig für unsere Gemeinschaft ein; er organisierte die Regionaltreffen und sorgte für einen geordneten Ablauf.
Die Gemeinde St. Anna in Gerolstein verliert in P. J. Böffgen einen eifrigen zuverlässigen Seelsorger; die Stadtgemeinde Gerolstein trauert um ihren schreibenden Pater, der in seinen vielen Werken die Vergangenheit der Stadt lebendig werden ließ; die Gemeinschaft der Pallottiner in Limburg dankt ihm für seinen Einsatz in den verschiedenen Bereichen des Katholischen Apostolates. Möge Gott, der Herr, ihm vergelten, was er an Güte und Liebe den ihm anvertrauten Menschen geschenkt hat." [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Marken und Male / Denkmale
Zeit:
1986
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.659328
lat: 50.210490
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Vor Seidert

Internet
http://www.gerolstein.de/

Datenquellen
[1] Prof. Matthias Weber, Köln / Niederbettingen: Pater Josef Böffgen SAG zum zehnten Todestag. Http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1992/hjb1992.66.htm
[2] P. Karl Dirkes SAC

Bildquellen
Bild 1: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.

Stand
Letzte Bearbeitung: 13.07.2014
Interne ID: 24024
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=24024
ObjektURL als Mail versenden