Ehemaliges Kapuzinerkloster am Viehmarkt

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Viehmarktplatz 1/Fahrstraße
Beschreibung
1615: Erste Niederlassung der Kapuziner in Trier an der Sebastianuskapelle (Sichelstraße, in der Nähe des Hauses "Fetzenreich").

1616: Frau Jutta von Hattstein schenkt den Kapuzinern ein Grundstück auf dem alten Judenfriedhof am Viehmarkt, Ecke Fahrstraße (heute z.T. Bürohaus Lehr).

1617: Grundsteinlegung der Kirche und des Klosters am Viehmarktplatz durch Erzbischof Lothar von Metternich, der die Kapuziner sehr fördert.

1762: Grundsteinlegung für den Neubau der baufällig gewordenen Kirchen- und Klostergebäude.

1802: Aufhebung des Klosters. Danach privates Theater.

1811: Stadttheater (1944 zerstört). [1]

Die Thermen am Viehmarkt sind seit Juni 1998 für Besucher geöffnet. Sie können unter dem Pflaster des Viehmarktplatzes einen Blick in die Trierer Stadtgeschichte werfen: Zu besichtigen sind die mächtigen Fundamente eines römischen Bades, mittelalterliche Abfallgruben und Kellerräume des barocken Kapuzinerklosters.

Die Geschichte des Viehmarktplatzes beginnt in einer Zeit, als es ihn noch nicht gab. Auf ein römisches Wohnviertel des 1. Jahrhunderts n. Chr. folgt ein Großbau, in dem Bewohner der Kaiserresidenz Augusta Treverorum im 3. und 4. Jahrhundert die Annehmlichkeiten römischer Badekultur genießen.

Durch das Trierer Domkapitel im 13. Jahrhundert als Steinbruch bewirtschaftet, verliert die Thermenruine im Mittelalter an Substanz. Allein Latrinenschächte zeugen von damaligen Anwesen. Einzelne Grabsteine blieben vom Friedhof der jüdischen Gemeinde, von dem die Jüdemerstraße ihren Namen bekam.

Im 17. Und 18. Jahrhundert wird der Garten eines Kapuzinerklosters zum Vorläufer des Viehmarktplatzes. Nur im Untergrund kommen die Klostermauern mit den römischen Fundamenten in Berührung. Mit der Aufhebung des Klosters 1802 entsteht der Viehmarktplatz, zunächst für Märkte, schließlich zum Parken genutzt.

Bisweilen durch Baumaßnahmen gestört, endet der Tiefschlaf der alten Mauern erst 1987 mit dem Baubeginn für eine Tiefgarage. Bis 1994 wird das gesamte Areal durch das Rheinische Landesmuseum Trier ausgegraben. Danach öffnen die Architektur des Schutzbaus und die Platzanlage mit der Projektion der römischen Straßen von Oswald M. Ungers ein Fenster in die Stadtgeschichte. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Klosteranlagen
Zeit:
1617
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.638055
lat: 49.752942
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquellen
[1] Klöster in Trier von der Spätantike bis zur Gegenwart. Katalog zur Ausstellung der Katholischen Erwachsenenbildung anläßlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Trier vom 25.3. bis 1.11.1984 im Domkreuzgang. Konzeption: Prof. Dr. Franz J. Ronig.
[2] Ehemalige Homepage von Hans Schneider, Trier

Bildquellen
Bild 1: © Hans Schneider, Trier. 2000
Bild 2: © Hans Schneider, Trier. 2000

Stand
Letzte Bearbeitung: 23.07.2011
Interne ID: 2537
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=2537
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