Burg Bruch (2)

Brucher Burg, Gemeinde Bruch
Beschreibung
Weithin sichtbar ragen die runden Türme der alten Burg Bruch in den Himmel. Als Grenzburg zur Herrschaft Luxemburg, die jenseits des Eifel-Flüsschens begann, diente dereinst die wehrhafte Anlage. Manch einem Flüchtling, der über den Freigang der Brücke das rettende andere Ufer erreichte, mögen die schützenden, dereinst mit Zinnen bewehrten Mauern der Wasserburg Asyl gewährt haben. Unzählige Male hatte sich die Burg selbst gegen die Übergriffe fremder Herren zu verteidigen. Wohl im frühen 13. Jahrhundert hatten die Herren von Bruch die wasserumwehrte Niederungsburg erbauen lassen. Das aus Vor- und Kernburg bestehende Ensemble war ein stattlicher Wirtschaftsbetrieb, zu dem Herren- und Gesindehäuser ebenso gehörten wie Zehntscheune und Remisen, nicht zu vergessen die Kapelle fürs tägliche Gotteslob.

Für ungebetene Gäste und aufmüpfige Untertanen hielt die Burg ein Turmverlies vor. Vor anrückenden Feinden flüchteten die Burgleute zur Not in den Bergfried. Kaum 100 Jahre blieben die von Bruch Herren im eigenen Haus. Schon 1334 starb die Familie aus. Die Burg ging in den Besitz des Erzstifts Trier über, das sie in der Folgezeit als Kurtrierisches Mannlehen an wechselnde Herren verlehnte. Längst ist die alte Wehrburg im Ruhestand. Mauern und Türme sind zum Teil abgetragen, der Wassergraben verlandet. Wo einst Gebäude standen blühen Blumen, und wo ehemals geschäftige Lehnsherren ihre Abgaben kontrollierten lässt sich einzig ein Wassersprenger überm grünen Rasen hören. Das einstige Herrenhaus, ein schlichtes barockes Gebäude mit eingegliederter ursprünglich gotischen Kapelle haben die heutigen Besitzer (weitgehend in Eigenleistung) in mühevoller Kleinarbeit instand gesetzt. Der Entschluss selbst Hand anzulegen, lohnte in jeder Hinsicht, nicht nur des Geldes wegen. Ich habe jetzt das Gefühl, dazuzugehören, sagt Ingrid Förschner und reiht sich damit in die lange Ahnenreihe der Besitzer ein. Das Abenteuer Denkmalsanierung kann die Ärztin nur empfehlen. Natürlich war auch das Arztehepaar auf Rat und finanzielle Unterstützung von Denkmalpflege, Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Mittel der Dorferneuerung angewiesen. Zufrieden steht die neue Burgherrin im Innenhof. Wenn ich das Tor hinter mir zumache, bin ich ganz bei mir, sagt sie.

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wehrbauten und militärische Anlagen / Burgen
Zeit:
1211
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.785210
lat: 49.952910
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Brühl

Internet
http://www.burg-bruch.de/

Datenquellen
http://www.intrinet.de/

Bildquellen
Bild 1: Historische Ansichtskarte von 1925
Bild 2: Internet

Stand
Letzte Bearbeitung: 31.07.2007
Interne ID: 2660
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=2660
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