Neuer jüdischer Friedhof

Nord, Stadt Trier Herzogenbuscherstraße
Beschreibung
Neuer jüdischer Friedhof von 1920 im Trierer Hauptfriedhof

Zugang: Hinter dem Haupteingang (Herzogenbuscherstrasse) wird die alte Friedhofskapelle umrundet. Geradeaus bis zu einem hohen Erinnerungsmal für die Krieger von 1870/71, die in Trier ihren Wunden oder ihrer Krankheit erlagen. Etwa 25 Meter dahinter kreuzt eine lange Reihe hoher Bäume den Mittelweg. Dieser Baumreihe nach rechts über einen schmalen Nebenweg und durch einen Mauerdurchlass folgen. Hier steht das Denkmal für die Opfer der Gewaltherrschaft 1939-45. In Blickrichtung der Denkmalfigur gleich links liegt das jüdische Areal des Friedhofs.

Der neue jüdische Friedhof, 1920 von der jüdischen Gemeinde gekauft, war ursprünglich viermal so groß wie das heutige jüdische Gräberfeld. Von 1921 bis 1941 wurden hier 136 Erwachsene und 15 Kinder beigesetzt. Seit 1945 (bis 1988) sind 30 neue Gräber hinzugekommen.

Inmitten des jüdischen Gräberfeldes erhebt sich ein weiteres Ehrenmal,
das die jüdische Kultusgemeinde durch den Trierer Steinmetzmeister
Melchisedech errichten ließ. Es spricht für die vornehme Rücksichtname der Judengemeinde. daß sich deutscher und hebräischer Text auf diesem Steinmal deutlich unterscheiden. Der deutsche Text lautet: Den Opfern der Verfolgung aus Trier und Umgebung zum Gedenken. Den Lebenden zur Mahnung. 1933-1945. In hebräischer Schrift auf der Rückseite heißt es frei ins Deutsche übersetzt: Zum Gedenken an die während der Herrschaft
der verbrecherischen Bosheit Ermordeten aus der Heiligen Gemeinde Trier und Umgebung. Das ganze Volk soll es hören und soll nicht mehr in Zukunft Böses tun...

Einordnung
Kategorie:
Naturobjekte / Parks, Gärten und Friedhöfe / Jüdische Friedhöfe
Zeit:
1920
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.654664
lat: 49.769203
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptfriedhof_Trier

Datenquellen
Juden in Trier, Ausstellungskatalog der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs Trier, 1988

Bildquellen
Bild 1: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand
Letzte Bearbeitung: 23.02.2010
Interne ID: 2764
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=2764
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