Sankt Martin (2)

Bickendorf, Gemeinde Bickendorf Kirchenweg 12
Beschreibung
1896-97 von Wilhelm Hector, Saarbrücken.
[Dehio]

Um das Jahr 832 wird Bickendorf zum ersten Mal erwähnt, als ein Hof im Besitz der Abteil Sankt Maximin in Trier. Um 1330 wird die Pfarrkirche erwähnt, die bis 1707 zu Luxemburg gehörte, dann bis 1815 zu Frankreich. Die heutige Pfarrkirche wurde durch Architekt Hektor aus Saarbrücken 1896/97 neuerbaut und am 26. Oktober 1897 durch Weihbischof Karl Ernst Schrod geweiht, einem gebürtigen Bickendorfer.

Weihbischof Schrod wurde am 13.03.1841 geboren und getauft. Sein Vater Hubert Schrod, Landwirt, starb am 20.02.1844. Seine Mutter Scholastika Cäcilia Du Sartz de Vigneulles schickte ihn zu Verwandten nach Saarlouis-Beaumarais. Hier ging er zur höheren Schule, nach dem Abitur ins Priesterseminar in Trier und empfing am 27.08.1894 die Priesterweihe. Danach war er 3 Jahre in Trier Sankt Antonius als Kaplan, anschließend Vikar in Ensdorf und dort Pfarrer, dann 5 Jahre später als Professor im Priesterseminar in Trier.

Der preußische Kulturkampf zwang ihn ins Ausland zu gehen (England, Luxemburg, Belgien). 1880 wurde er im Trierer Dom zum Bischof geweiht. Er starb am 10.04.1914 (Karfreitag) und wurde Osterdienstag in der Weihbischofskapelle im Domkreuzgang beigesetzt. Seine Studienstiftung für Bickendorfer Studenten ist durch die Inflation nach dem ersten Weltkrieg untergegangen. Die Stiftung des Hochaltares in der neuen Pfarrkirche ist erhalten geblieben, zwar nicht an seinem ursprünglichen Platz, sondern seit 1930 auf der Frauenseite unter der Empore. Sein Wappen: Ein rotes Herz im Schnittpunkt des Kreuzbalkens und vier goldene Ringe in den tiefblauen Feldern über dem Schild eine Dornenkrone mit drei Nägeln.

Patron der Pfarrkirche ist derMartin. Die Orgel (12 Register) stammt aus dem Jahre 1924 von Orgelbaumeister Michael Körfer, Gau-Algesheim. Preis damals: 6000 Goldmark. Die Kirche hat 3 Glocken. Sie wurde zuletzt 1972 renoviert.

Bickendorf ist Wohnsitz des Seelsorgers. Im Pfarrhaus befindet sich die Pfarrbücherei, die zugleich als Treffpunkt der Gremien dient. Neben dem Pfarrhaus ist das Jugendheim. In Bickendorf befindet sich ein Kindergarten, der von den Kindern aus Bickendorf und Ließem besucht wird. Die Kinder von Nattenheim besuchen den Kindergarten Nattenheim, der zusätzlich auch den Kindern aus Fließem offen steht.

Die Grundschule (3./4. Schuljahr) in Bickendorf, wird von den Kindern aus Bickendorf, Ließem, Seffern, Sefferweich, Schleid und Heilenbach besucht. Im Jahre 1989 wurde eine Gymnastikhalle gebaut, die auch den Vereinen für ihre Aktivitäten offen steht.

Vereine: Kirchenchor, Männergesangverein, Kinderchor, Frauengemeinschaft, KAB, Freiwillige Feuerwehr, Sportverein und Musikverein.

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Hector, Wilhelm (Architekt), Saarbrücken.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1896-97
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.498473
lat: 50.034145
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.dioezese-trier.de/

Datenquellen
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag / Bistum Trier

Bildquellen
Bild 1: © Haiko Grün. 2002
Bild 2: © Haiko Grün. 2002

Stand
Letzte Bearbeitung: 03.05.2002
Interne ID: 2777
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=2777
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