Gedenkstein Sowjetische Kriegsgefangene

Beuren, Gemeinde Beuren (Hochwald)
Beschreibung
Inschrift:
Den sowjetischen Opfern des SS-Sonderlagers Hinzert. September 1941. [1]

Aus dem 300 sowjetische Kriegsgefangene umfassenden Arbeitskommando
des Truppenübungsplatzes Baumholder wurden am 16. Oktober 1941 von der Gestapo Trier 70 Männer "abgeholt", um sie einer "Sonderbehandlung
zuzuführen. Grundlage dafür war der so genannte "Kommissarbefehl".

Aus dem 300 sowjetische Kriegsgefangene umfassenden Arbeitskommando des Truppenübungsplatzes Baumholder wurden am 16. Oktober 1941 von der Gestapo Trier 70 Männer "abgeholt", um sie einer "Sonderbehandlung zuzuführen. Grundlage dafür war der so genannte "Kommissarbefehl".
Diesem Befehl Hitlers zufolge sollten politische Offiziere ("Kommissare"), die in der Sowjetarmee für die kommunistische Schulung der Soldaten zuständig waren, nach ihrer Gefangennahme ermordet werden. Zwei Lastwagen brachten die 70 Kriegsgefangenen nach Einbruch der Dunkelheit in das SS-Sonderlager/KZ Hinzert. Den Ahnungslosen gaukelte man vor, sie müssten sich vor einem neuen Arbeitseinsatz einer medizinischen Untersuchung unterziehen und sich impfen lassen. Einzeln wurden sie in die Quarantänebaracke geführt, wo ihnen jedoch eine tödliche Zyankalilösung injiziert wurde. Noch während der Nacht verscharrte man die Ermordeten in den bereits vorbereiteten Massengräbern, die im Wald versteckt lagen. [2]

Infotafel vor Ort:
Bei der Angriffsplanung auf die Sowjetunion hatte Hitler in der Wehrmachtsführung die Ausarbeitung des sog. Kommissarbefehls durchgesetzt. Der Befehl galt als geheime Kommandosache. Er beinhaltete, daß alle ergriffenen sog. "Politkommissare und -offiziere" der Roten Armee, d.h. Führungskräfte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, sofort von anderen Soldaten zu trennen waren (s. nebenstehenden Auszug aus dem Befehl). Sie sollten hinter der Front oder nach Feststellung in allen Gefangenenlagern liquidiert werden. In der NS-Sprache hieß das "jüdisch-bolschewistisches Untermenschentum" müsse vernichtet werden. Einsatzkommandos des SD (Sicherheitsdienst der SS) waren dafür verantwortlich.
Im Herbst 1941 wurden in zwei LKWs aus dem Kriegsgefangenenen-Stammlager Baumholder ca. 70 sowjetische Gefangene auf geheime Anweisung aus Berlin in das SS-Sonderlager/KZ Hinzert transportiert. Für ihre Ermordung waren sie eigens aus der Kriegsgefangenschaft "entlassen" worden. Unter dem Vorwand der Impfung vor einem Arbeitseinsatz ermordete sie nachts der Lagerarzt, SS-Hauptsturmbannführer Dr. Wolter durch "Abspritzung" mit Zyankalilösung. Dies geschah im Beisein mehrerer ausgewählter SS-Angehöriger. Die Massengräber, ca. 200m nördlich von hier, wurden 1945 exhumiert.
Diesen Gedenkstein hat das Gymnasium Hermeskeil 1986 im Rahmen einer Projektarbeit gesetzt. [3]

Weitere Informationen dazu siehe auch Datensatz Interne ID: 34349 - Massengrab Sowjetische Kriegsgefangene (Anm. d. Redaktion)

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Marken und Male / Denkmale
Zeit:
1986
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.880789
lat: 49.706432
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Hochwald

Internet
http://www.gedenkstaette-hinzert-rlp.de/

Datenquellen
[1] Wegekreuze und Gedenksteine Aus dem Hochwald Herausgeber Arbeitskreis Heimatkunde im Bildungswerk Johanneshaus Hermeskeil 1991.
[2] SS-Sonderlager / KZ Hinzert. Landeszentrale für politische Bildung.
[3] Infotafel vor Ort - Juli 2020

Bildquellen
Bild 1: © Michael Grün, Trier, 2020.
Bild 2: © Michael Grün, Trier, 2020.
Bild 3: © Michael Grün, Trier, 2020.
Bild 4: © Michael Grün, Trier, 2020.

Stand
Letzte Bearbeitung: 23.09.2020
Interne ID: 3028
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3028
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