Vulkan Mosenberg

Bettenfeld, Gemeinde Bettenfeld
Beschreibung
Klassischer Lehrvulkan (517 Meter über Normal-Null) der Geologie. Eng beieinander befinden sich hier alle wichtigen Erscheinungsformen des quartären Vulkanismus: Schichtvulkane, Lavaströme, ein wassergefüllter sowie ein verlandeter Kratersee.

> Ursprung der Eifelvulkane
Magma unter der Eifel?
Geophysiker fahnden nach den Wurzeln von Vulkanen / Europaweit größtes geophysikalisches Feldexperiment / Meßkampagne wird jetzt abgeschlossen.
Kohlendioxid dringt aus der Erde, das Land hebt sich pro Jahr um einen halben Millimeter: Der Boden in der von Vulkanen und Explosionskratern übersäten Eifel ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Vermutlich drückt dort Magma, heiße Schmelze aus dem Erdinnern, gegen die harte Gesteinskruste, die Lithosphäre.

Das Eifel-Plume-Projekt
Vor einem halben Jahr haben Geowissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien das europaweit größte geophysikalische Feldexperiment gestartet. Sie suchen im Untergrund der Eifel nach den Wurzeln der Vulkane, die dort vor rund 10 000 Jahren das letzte Mal ausgebrochen sind.
Ziel des Projektes
Die Forscher wollen jedoch nicht nur wissen, ob und wann in dieser Gegend weitere Eruptionen zu erwarten sind. Sie fahnden nach den Ursachen mitten in Kontinentalplatten. Die meisten Feuerberge der Erde liegen nämlich an den Rändern dieser Platten, in welche die Lithosphäre zerrissen ist. In diesen Schwächezonen kann sich das Magma leicht den Weg zur Oberfläche bahnen. Aber wie durchstößt die Schmelze die Lithosphärenplatten, die oft dicker als 30 Kilometer sind ?
Die Plume-Theorie
Wir gehen davon aus, beschreibt Joachim Ritter den Stand der Forschungen, dass sich unter Intraplattenvulkanen wie in der Eifel ein Plume verbirgt, also ein Aufstrom heißen Materials aus dem Erdmantel. Der Göttinger Geophysiker ist Leiter des Millionenprojektes, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 600 000 Mark fördert.
Beispiel Hawaii
Auch die Vulkane auf Hawaii oder auf der Insel Reunion im Indischen Ozean sind Intraplattenvulkane, die vermutlich von einem heißen Magmenaufstrom gespeist werden. Dort kann man solche Strukturen allerdings nicht untersuchen, sagt Ritter, denn auf dem Meeresboden um die Inseln lässt sich kein ausgedehntes Meßnetz installieren.
Das Forschungsareal
Das 500 mal 500 Kilometer große Forschungsareal reicht vom nördlichen Nordrhein-Westfalen weit in die Benelux-Staaten hinein und im Süden bis ins französische Zentralmassiv. Mit Hilfe der seismischen Tomographie durchleuchten die Geophysiker sozusagen die Erde bis in eine Tiefe von 500 Kilometern.
Die Messungen
250 Messstationen, darunter 150 mobile Messstationen, sind im Forschungsgebiet aufgestellt.
Sie registrieren noch bis Ende Juni 1998 alle möglichen Erschütterungen. Die Daten werden per Computer gesammelt und gespeichert - pro Tag kommt eine Datenmenge von etwa vier CD-Roms zusammen.
Kein Anzeichen für einen nahenden Ausbruch
Die Auswertung wird voraussichtlich bis Ende 1999 dauern. Deshalb kann Ritter jetzt noch nichts über Ausmaß, Temperatur und Aufstiegsgeschwindigkeit des vermuteten Plumes sagen. Aber eines, so der Geophysiker, lässt sich schon jetzt ablesen: Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Vulkane hier in nächster Zukunft ausbrechen werden.

Einordnung
Kategorie:
Naturobjekte / Geologische Objekte / Vulkane
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.78036
lat: 50.08119
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Mosenberg

Internet
http://www.bettenfeld.de/

Datenquellen
DuMont Reiseführer: Die Eifel, 1994

Bildquellen
Bild 1: Homepage: "Maler der Eifel" http://www.eifelmaler.de/
Bild 2: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2010.

Stand
Letzte Bearbeitung: 11.08.2013
Interne ID: 3164
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3164
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