Grabstein des Primulus (Kopie)

Föhren, Gemeinde Föhren Hauptstraße
Beschreibung
Ein Fund aus der Römerzeit Grabstein des Knaben Primulus aus dem späten 2. oder frühen3. Jahrhundert, gefunden 1862 auf der Föhrener Heide. Das Original befindet sich im Landesmuseum in Trier, eine Kopie ist am Kirchenvorplatz aufgestellt.

Die Inschrift lautet:
D M
PRIMVLIINFA
NTISSEOVEN
TISETPRIMVLE
FIIOSERVO

Eine kleine Messingtafel ist am unteren Steinangebracht,
mit den Worten:

Nachbildung
Grabmal
des Knaben Primulus
(römisches Kindergrab)
Original wurde 1862 in Föhren gefunden
und befindet sich im Landesmuseum Trier

Ein auf der "Föhrener Heide" 1862 gefundenes Grabmal aus römischer Zeit, welches im Landesmuseum Trier zu besichtigen ist, zeigt uns, dass das Verhältnis zwischen Herrn und Sklaven durchaus auch ein freundliches und vertrautes sein konnte. Das Grabdenkmal, zeigt auf der Stirnseite oberhalb der Grabinschrift ein Reliefbild des Verstorbenen, dargestellt als Kind. Das Kind ist nach der Sitte der Zeit nicht tot dargestellt: es ist damit beschäftigt, einen Hund aus einer Schüssel fressen zu lassen. Dabei kehrt es einem mit Blumen gefüllten Korb und einem Spielzeug, einem Rad, das an einer langen Stange befestigt ist und die Kinder beim Laufen vor sich herziehen konnte, den Rücken zu. Man erfährt den Namen des Kindes und seine Eltern und überraschenderweise den Stand der Familie. Die Inschrift lautet:
"Den Totengeistern des Primulus, dem Sohne des Sequens und der Primula, eine Sklaven". Primulus, der Junge mit dem Laufrad und dem Schoßhund, war ein Sklave. Mit Sicherheit waren auch seine Eltern Sklaven, und offenbar war es diesen nicht erlaubt gewesen, eine rechtmäßige Ehe einzugehen: (So ist Primulus nach seiner Mutter benannt, nicht nach seinem Vater). Als Sklaven hatten diese nicht einmal Anspruch auf ihr Kind, das ganz dem Herrn gehörte. Der Wortlaut der Inschrift lässt vermuten, dass sie das Grab mit dem rührenden Bild nicht hergerichtet haben. Das muss der Herr, der "Sklavenhalter", selbst getan haben, was auf ein sehr gutes Verhältnis zwischen Herrn und Sklaven schließen lässt. Vermutlich war der erwähnte Herr nicht Römer sondern Treverer, da derartige Grabmäler vor allem im Treverland in großer Zahl und Gleichförmigkeit vorkommen. Auch war es ein typisch gallischer Brauch, die Verstorbenen auf Grabdenkmälern bei alltäglichen und mitunter banalen Tätigkeiten abzubilden.

[Katholische Mädchengruppe 1884 "Föhrener Chronik".]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Bestattungen / Grabhügel
Zeit:
2. bis 3. Jahrhundert
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.76206
lat: 49.85724
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.dainst.org/medien/de/krausse.pdf

Datenquellen
Katholische Mädchengruppe 1884 "Föhrener Chronik".

Bildquellen
Bild 1: © Helmut Bauer, Trier, 2014.
Bild 2: © Helmut Bauer, Trier, 2014.

Stand
Letzte Bearbeitung: 01.06.2014
Interne ID: 34802
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=34802
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