Magdalenahöhle

Gerolstein, Stadt Gerolstein
Beschreibung
Die Magdalenahöhle ist ein archäologischer Höhlenfundplatz der Altsteinzeit (Paläolithikum) bei Gerolstein in der Eifel. Sie ist v.a. für ihre einzigartigen Schmuckstücke aus Elfenbein bekannt. Nach neuesten Forschungen kann die Besiedlung der Höhle aufgrund der Steinartefakte der archäologischen Kultur des Solutréen zugerechnet werden, die aus Mitteleuropa sonst nicht bekannt ist. Sie belegt damit die Anwesenheit des Menschen in Mitteleuropa während des Maximums der letzten Kaltzeit.

Forschungsgeschichte:
Die Höhle im Südabfall des Dolomitmassivs Munterley bei Gerolstein wurde von 1969 bis 1972 vom Amateurarchäologen Gerhard Weiß ausgegraben nachdem dieser vom Lesefund einer Feuersteinspitze in der Nähe erfahren hatte. Die Funde gelangten schließlich in den Besitz des Rheinischen Landesmuseums Trier wo sie auch teilweise ausgestellt sind. Nach einigen kurzen Berichten erfolgte 2002 eine Monographie des Ausgräbers. In den Jahren 2005 und 2012 hatten schließlich zwei am MONREPOS Archäologisches Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution (Römisch-Germanischen Zentralmuseums) in Neuwied erstellte universitäre Abschlussarbeiten die Höhle erneut zum Thema. [1]


Schmuck aus der Gerolsteiner "Magdalenahöhle"
Elfenbeinerne Ringe und Anhänger aus Tierzahn wurden als Schmuckstücke in der jüngeren Altsteinzeit getragen (um 25000 v. Chr.). Gelblich, überwiegend aber braunschwarz erscheinen heute diese kleinen Elfenbeinstücke und Tierzähne, die durch Jahrtausende lange Lagerung in einem Höhlensediment eine Mangan-Patina angenommen haben. Die Ringe aus Mammut-Elfenbein waren einst weiß glänzend, mit Steinwerkzeugen geschnitzt, poliert und mit eingeritzten Strichbündeln sowie gebohrten Punktreihen verziert. Die regelmäßige Herstellung von Körper- und Kleidungsschmuck, ja von Kunstwerken überhaupt, ist eine typische Äußerung des modernen Menschen (Homo sapiens), die früheren Menschenformen weitgehend unbekannt war.

Material/Technik: Mammut-Elfenbein und Hirschzahn

Maße: L. 1,0 - 11,2 cm [2]


Der Besuch von Höhlen kann gefährlich sein. Bitte verhalten Sie sich im Punkt Sicherheit in allen Höhlen so, als ob Sie der Erstbegeher sind.

"Wenn Du in
eine Höhle gehst...
nimm nichts mit,
lass nichts zurück,
zerstöre nichts und
schlag nichts tot!"

Laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes beginnt die Fledermausschutzzeit am 01. Oktober und endet am 31. März. In diesem Zeitraum ist das Betreten von Höhlen, Grotten, Bunkern, Stollen und anderen potentiellen Winterschlaf-Behausungen von Fledermäusen gesetzlich untersagt. [Redaktion]

Einordnung
Kategorie:
Naturobjekte / Höhlen /
Zeit:
25000 vor Chr.
Epoche:
Vor- / Frühgeschichte

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.656389
lat: 50.226528
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Möntrich

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenah%C3%B6hle

Datenquellen
[1] Seite "Magdalenahöhle". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. April 2014, 13:42 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Magdalenah%C3%B6hle&oldid=129263210 (Abgerufen: 21. Juni 2014, 09:28 UTC)
[2] Rheinisches Landesmuseum Trier. (2016-06-13). Schmuck aus der Gerolsteiner "Magdalenahöhle". abgerufen unter https://rlp.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=897

Bildquellen
Bild 1: Rheinisches Landesmuseum Trier. [CC BY-NC-SA]
Bild 2: Rheinisches Landesmuseum Trier. [CC BY-NC-SA]

Stand
Letzte Bearbeitung: 28.05.2018
Interne ID: 34866
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=34866
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