Romika-Werk - Konfektionsgebäude

Gusterath-Tal, Gemeinde Gusterath Romikastraße
Beschreibung
1929 seitlich der alten Erzwäsche errichteter, massiger, viergeschossiger Stahlbetonbau mit Flachdach. Der funktional gestaltete Baukörper ist durch liegende Fensterreihen horizontal geschichtet. Dynamisiert ist die klare Form durch die straßenseitige Abrundung der Gebäudekante und durch den vertikal aufragenden Akzent des auch farblich abgesetzten, eingestülpten Treppenhauses aus Ziegelmauerwerk. Die bauliche Konzeption ist mit den originalen Detailausbildungen ablesbar (liegende Eisensprossen der Fenster, in der Attika verankerte Regenrohre).

Das Gebäude ist im Kreisgebiet ein seltenes Zeugnis für das Neue Bauen im Industriebereich und hat darüber hinaus Beispielwert für diese Gattung der modernen Architektur der 1920er Jahre. [1]

Der Konfektionsbau der Romika wurde 1929 von dem Kölner Architekten Peter Franz Nöcker geplant und realisiert. Da Peter Franz Nöcker eine jüdische Ehefrau hatte und häufig für jüdische Auftraggeber arbeitete, fiel er später der nationalsozialistischen Ausgrenzungspolitik anheim. Die Nationalsozialisten belegten ihn 1940 mit Berufsverbot, seine Ehefrau Aenne Margarethe beging 1944 Selbstmord, nachdem sie einen Bescheid zur Deportation ins Konzentrationslager erhalten hatte. Peter Franz Nöcker war nach 1945 entscheidend am Wiederaufbau Kölns beteiligt. [2]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Nöcker, Peter Franz Heinrich (Architekt), Köln [*4. Juli 1894 in Köln; † 29. Juni 1984 ebenda]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen /
Zeit:
1929
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.73053
lat: 49.70606
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unterst Wild

Internet
https://www.heimatverein-gusterath.org/

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.2 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-110-6 (1. Auflage 1994).
[2] Martin Ganz, 2011. In einem Lesebrief an das Trierer Stadtmagazin http://archiv.16vor.de/die-vergessenen-jahre-der-romika/comment-page-1/
[3] Seite "Peter Franz Nöcker". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Januar 2018, 21:26 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Peter_Franz_N%C3%B6cker&oldid=173466454 (Abgerufen: 6. Februar 2019, 11:28 UTC).

Bildquellen
Bild 1: © Annette Massing und Mario Wagner, 2019.
Bild 2: © Annette Massing und Mario Wagner, 2019.
Bild 3: © Annette Massing und Mario Wagner, 2019.
Bild 4: © Annette Massing und Mario Wagner, 2019.
Bild 5: © Annette Massing und Mario Wagner, 2019.

Stand
Letzte Bearbeitung: 24.03.2019
Interne ID: 35183
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=35183
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