Ruwerer Felsenmühle

Ruwer-Eitelsbach, Stadt Trier Zur Ruwerer Felsenmühle 1
Beschreibung
Die Mühle wird im Verlauf ihres Bestehens in den Urkunden unterschiedlich bezeichnet, manchmal auch nur als Teil (Zubehör) eines Hofguts genannt: Thiesberger Felsenmühle, Domdechantische Felsenmühle, Karthäuser Felsenmühle.

Die belegbare Geschichte der Felsenmühle reicht mehr als ein halbes Jahrtausend zurück. (Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1325.) Sie ist über mehrere Jahrhunderte eng mit dem Duisburger Hof verbunden.

Wie der Duisburger Hof war auch die Mühle von 1568 bis 1625 Eigentum des Domkapitels, dann – nach einer kurzen Zeit in Privatbesitz derer von Schönenburg und von Sötern – von 1654 bis 1777 Eigentum der Domdechanei.
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gab es vermehrt Streitigkeiten, einmal wegen der alljährlich stattfindenden kurfürstlichen Holzschwemmungen, zum anderen wegen der Fischereirechte insbesondere wegen des Rechts, Salme zu fangen. Als sich die Streitigkeiten mit den Karthäusern nicht beilegen ließen, beschloss Domdechant von Walderdorf, die Mühle den Karthäusern zu überlassen und tauschte sie 1777 gegen verschiedene Ländereien in der Nähe des Duisburger Hofes. Die Karthäuser konnten sich nicht sehr lange an dem Besitz der Mühle freuen. Im 12. Jahr der französischen Republik (1803) wurden sie enteignet und die Mühle versteigert. Neuer Eigentümer wurde Jean Kleutgen, ein Bäcker aus Trier. Mühlenpächter war zu dieser Zeit die Familie Carls, die bis zum Ablauf ihres Vertrages im Jahr 1815 die Mühle weiter bewirtschaftete. Seit 1803 ist die Mühle in Privatbesitz. Sie blieb bis 1916 in den Händen der Familien Kleutgen – Endres (1803-1862) und Hippert – Bichler (1862-1916). Beide Familien modernisierten und vergrößerten die Mühle regelmäßig (Bau einer Steinbrücke über die Ruwer, Einrichtung einer Turbinenanlage zur Stromerzeugung u.a.) 1916 wurde die Felsenmühle zusammen mit den beiden anderen Bichler'schen Mühlen in Ruwer an die Landwirts- und Müllerfamilie Stüeken verkauft. Mit ihrer Turbinenanlage trug die Felsenmühle während des 2. Weltkrieges mit dazu bei, die Stromversorgung im Ruwerer Krankenhaus und im Ort selbst sicherzustellen. Ansonsten wurde Strom nur für den Eigenbedarf erzeugt. Nach dem Bau der Riveristalsperre (1960) mußte die Stromerzeugung wegen Wassermangels in den Sommermonaten eingestellt werden; das Stauwehr wurde abgebaut. Familie Franz Stüeken baute hier einen Geflügelbetrieb auf, der sich in der ganzen Region einen Namen machte; die Streuobstwiesen in der Ruwer-Aue wurden angepflanzt; Wein (damals noch die Einzellage 'Karthäuser Felsenmühle') und Viez wurden ausgebaut. Nachdem die Felsenmühle in den 1960er Jahren mit Ackerbau und Geflügelzucht eine Blütezeit erlebte, wurden ab 1975 nach und nach einzelne Betriebszweige eingestellt. Streuobstwiesen und Weinberg werden auch heute noch bewirtschaftet. [1]

Das erste Bild, eine Postkarte aus den 1930er Jahren, zeigt die Felsenmühle links im Vordergrund. Dahinter das Franziskanerkloster (Sankt-Josefs-Krankenhaus), und rechts den Duisburger Hof. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Mühlen
Zeit:
1323
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.712826
lat: 49.783192
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei der Felsenmühl

Internet
http://www.ruwerer-felsenmuehle.de

Datenquellen
[1] Text: J. S.-Steinbach, Ruwerer Felsenmühle
- Urkunden: aus dem Landeshauptarchiv Koblenz:
Bestand 1 C Nr. 7196-7199 / Bestand 1 D Nr. 308, 310 / Bestand 54 Nr. S 1464, S 533 / Bestand 186 Nr. 1206 Seite 248, 295 / Bestand 213 Nr. 707-712; 553-555 / Bestand 702 Nr. 289 und 290 – Pläne zum Salmenfang
- Urkunden aus dem Bistumsarchiv Trier, Abteilung 52 Nr.21-23
- Urkunden aus den Archives déparementales de la Moselle, Metz Abt. 7 F Nr. 573
- Urkunden in Familienbesitz Steinbach-Stüeken
[2] Jutta Schömer-Steinbach, Ruwer, 2018.

Bildquellen
Bild 1: Ansichtskarte aus den 1930er Jahren im Besitz der Familie Steinbach.
Bild 2: © Jutta Schömer-Steinbach, Ruwer, 2018.

Stand
Letzte Bearbeitung: 15.09.2018
Interne ID: 35586
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=35586
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