Denkmalzone Christophstraße / Kochstraße

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Christophstraße 8-27/Kochstraße 13
Beschreibung
Die Denkmalzone konstituiert sich aus einer geschlossenen und lückenlos erhaltenen, von der Einmündung der Kochstraße unterbrochenen Zeilenbebauung der Christophstraße zwischen den Abzweigungen der Rindertanzstraße und der Deworastraße. Die repräsentative Reihenhausbebauung entstand 1892-1912 in mehreren Etappen. Aufgrund des langen Zeitraums gibt es kein einheitliches Bebauungskonzept. Abgesehen von der Stilvielfalt der Hausfassaden und ihren wechselnden Traufhöhen manifestiert sich in den einzelnen Bauabschnitten jeweils die Bevorzugung verschiedener Haus- und Wohnformen der gehobenen Bevölkerungsschicht.

Alle Traufenhäuser des ältesten Bauabschnitts (Nr. 5-20) folgen in ihrem Stilgepräge der Neurenaissance. ihre in den neunziger Jahren modischen, sandsteingegliederten Klinkerfassaden belebt durch Risalite, Erker und durch eine mit Zwerchhäusern und turmartigen Aufsätzen stark aufgelockerte Dachlandschaft.

Bereits der zweite Bauabschnitt (Nr. 21-26) gab die einheitliche Traufhöhe und das homogene Stilgepräge auf. Die Palette reicht von Klinkerfassaden der Neurenaissance bis zu sandsteingegliederten Putzfassaden, die neugotische, aber auch Renaissance- und Barockzitate verarbeiten. Die Entwürfe lieferten Bauunternehmer: Matthias Cartus (Nr. 25), Jacob Christ (Nr. 26), Franz Kuhn (Nr. 22), Stephan Weber & Söhne (Nr. 23) und August Wolf (Nr. 21,24).

In der nach der Jahrhundertwende einsetzenden Bauetappe entstand das Eckhaus Nr. 27 als Pendant zu dem bereits 1895-97 aufgeführten, gegenüberliegenden Eckhaus Porta-Nigra-Platz 6 / Rindertanzstraße 16. An der Ecke zur Kochstraße entstand die Reichsbankfiliale (s. Kochstraße 13), deren antikisierende Tempelfront trotz der Einhaltung der benachbarten Traufhöhe als Fremdkörper wirkt. In der östlichen Zeile schließlich kamen zwei- und dreigeschossige, halbvillenartige Reihenwohnhäuser mit schmalen Vorgärten zur Ausführung (Nr. 8-12). Die aus der obersten Bevölkerungsschicht stammende Bauherrenschaft bildeten drei Ärzte, ein Wissenschaftler und ein Kaufmann. Bis auf das Haus Nr. 10, dessen Pläne der Bauunternehmer Heinrich Kokke anfertigte, wurden die übrigen von Architekten entworfen: Ernst Brand (Nr. 12, vermutlich auch Nr. 8), Heinrich Winkler (Nr. 11) und Jacob Reiter (Nr. 9). Die Fassaden dieses Zeilenabschnitts dokumentieren den schon vor dem Ersten Weltkrieg vollzogenen Bruch vom Späthistorismus zur Reformarchitektur. Die Denkmalzone veranschaulicht so einen wichtigen Abschnitt des Trierer Wohnungsbaus vor und nach 1900.

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Cartus, Matthias; Christ, Jacob; Kuhn, Franz; Stephan Weber & Söhne; Wolf, August
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Historische Ortsbilder /
Zeit:
1892-1912
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.647107
lat: 49.758421
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquellen
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001)

Bildquellen
Bild 1: Postkarte von 1908
Bild 2: © Christian Brüning 2002 - www.christian-bruenig.de

Stand
Letzte Bearbeitung: 27.06.2003
Interne ID: 3694
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3694
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