Fintenkapelle - Helenenquelle

Bergweiler, Gemeinde Bergweiler
Beschreibung
Ein über viele Jahre, vielleicht Jahrhunderte zugeschütteter Brunnen wurde bei den Bauarbeiten im Zuge der A 60 entdeckt. Die Sandsteineinfassung war durch die luftdichte Lagerung im feuchten Erdboden nicht verwittert. Jetzt ziert der Brunnen den Außenbereich und dient als Einfassung einer Quelle. Dies sei die im Jahre 1656 erwähnte "Helenenquelle, zum Fintenhof gehörig", vermutet Eltges. [1]

Die Fintenmadonna wird von alters her besonders zum Beistand kranker Kinder bei allen Gebrechen Fiebererkrankungen, Krämpfen, Augenleiden, Lähmungen und wenn Kinder nicht gehen lernen wollen, angerufen. Auch für den unerfüllten Kinderwunsch der Familie wird hier Beistand erfleht.
Erstmalige urkundliche Erwähnungen 1656 und 1669.
Nach einem Gelübde der Eheleute Hubertus Finten und Elisabeth, geborene Follmann, 1717 im Barockstil wieder neu aufgebaut und 1741 durch eine Außenkanzel erweitert.
Mit der Erfüllung des Gelübdes endete der Fluch der Kindersterblichkeit in der Fintenfamilie der über vier Generationen wirkte. Der Ursprung des Fluches lag im Mord an einem streunenden Landsknecht. Der überlebende Vater hat ihn 13 Jahre nach der Schändung der Fintenfamilie durch schwedische Söldner aus Rache begangen.
In einem Legat wurde 1717 die Wiese mit aufstehender Kapelle an die katholische Kirchengemeinde Bergweiler übertragen. Als Gegenleistung wurde eine jährliche Messe zur Zeit des Helenentages an der Fintenkapelle festgelegt. Die Fintenmesse soll zur Ehre der Muttergottes sowie der Schutzpatronin, der heiligen Helena, für das Seelenheil der Fintenkapelle gehalten werden.
Eine feierliche Prozession zieht an diesem Tage, die Fintenmadonna auf einer Sänfte tragend, von der Pfarrkirche Bergweiler zur Kapelle.
Am 14.12.1981 (Az.: 2-363-11) als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt.

Nach mittelalterlichen Hinweisen soll hier an der Helenenquelle bereits ein keltisches Quellheiligtum gestanden haben. Es wurde wahrscheinlich 300 n. Chr. Durch den Heerführer Konstantin, den späteren Kaiser von Rom "Augustus" zerstört und durch ein christliches Heiligtum zu Ehren seiner Mutter "Helena" ersetzt. Bereits ca. 80 Jahre bevor Kaiser Theodosius das Christentum im römischen Reich als Staatsreligion einführte.
Die Kapelle hat viele Wirren und Unbillen der Zeit, sowie zwei Weltkriege und sogar einen Bombenteppich von mindestens 13 Bomben in unmittelbarer Nähe überstanden.

Uns obliegt es nun dieses Bauwerk zu pflegen und zu bewahren. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Brunnen /
Zeit:
1656
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.83620
lat: 49.97056
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf Füntdell

Internet
http://www.og-bergweiler.de/

Datenquellen
[1] http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/mosel/aktuell/Heute-in-der-Mosel-Zeitung-Am-Brunnen-vor-dem-Tore;art671,637560
[2] info-Tafel der Ortsgemeinde Bergweiler / Katholische Frauen- und Müttergemeinschaft Bergweiler am Rastplatz Fintenkapelle.

Bildquellen
Bild 1: © Michael Fischer, Malberg/Waxweiler, 2015.
Bild 2: © Michael Fischer, Malberg/Waxweiler, 2015.

Stand
Letzte Bearbeitung: 21.08.2015
Interne ID: 39441
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=39441
ObjektURL als Mail versenden