Gedenkstein

Metterich, Gemeinde Metterich
Beschreibung
Am 06. Oktober 1957 fand die feierliche Einweihung der Kriegergedächtniskapelle statt. Nach einer Gedenkandacht mit Predigt durch den Pfarrer Dr. Kukowka begab sich die Gemeinde in einer Prozession zur Kapelle, die dann unter Mitwirkung des Musikvereins Ordorf und des Kirchenchores Metterich feierlich eingeweiht wurde. Die Kapelle wurde zum Gedenken an die Gefallenen aus den beiden Weltkriegen und dem Krieg 1870, aber auch zum Gedächtnis des hier abgestürzten Leutnant Claus von Bohlen und Halbach, einem Sohn der Krupp-Familie, erbaut.

Nach Augenzeugenberichten war der 10. Januar 1940 ein klarer Wintertag mit wolkenlosem Himmel, trockenem, klirrend kalten Frost und einer dünnen Schneedecke. Zwei feindliche Jagdflugzeuge griffen aus großer Höhe einen tiefer fliegenden deutschen Jäger an und nach kurzen Feuerstößen fing die Messerschmitt-Maschine Feuer und stürzte, eine starke Rauchfahne hinter sich herziehend, in den Mettericher Gemeindewald.

Nicht weit vom Ortsrand hatte sich die brennende Maschine zwei Meter tief in den frostigen Waldboden gebohrt. Der Pilot, Leutnant Claus von Bohlen und Halbach, hatte sich nicht mehr retten können. In einer gut besuchten Bürgerversammlung im Sommer 1956 beschloss die Gemeinde Metterich, an der Absturzstelle eine Kriegergedächtniskapelle zu errichten. Freudig und großherzig trug die ganze Gemeinde durch Geldspenden und freiwillige Arbeitsleistungen zu diesem Bau bei. Die Familie Krupp-Bohlen beteiligte sich ebenfalls mit einer Geldspende.

Nach den Plänen des Architekten Geimer aus Bitburg wurde die Kapelle aus heimischem Kalkstein erbaut. Vier große Tafeln aus Kyllsandstein tragen die Namen der Gefallenen und Vermissten aus den drei letzten Kriegen und zeugen von dem großen Blutzoll, den unser kleines Eifeldorf zahlen musste. Die fünfte, mittlere Tafel ist dem abgestürzten Jagdflieger gewidmet.

Diese Arbeiten und der etwas weiter rechts von der Kapelle aufgestellte mächtige Mensastein aus Buntsandstein stammen aus der Werkstatt des Bildhauers B. Lenz aus Oberkail. Über dem Altar hängt ein mächtiges Kreuz mit einem aus 200-jährigem Eichenholz geschnitzten Korpus. Das schwere, aber schlichte Eisengitter mit Tür, angefertigt vom Mettericher Schmiedemeister Wilhelm Reiter, schließt die Kapelle nach außen ab.

Wie wohl keine andere Stelle hat sich dieser würdige Fleck im Mettericher Gemeindewald zur Ruhe und Besinnung angeboten, um derer zu gedenken, die der Krieg nicht heimkehren ließ. Möge dieser Ort Mahnung sein, dass ein jeder an seinem Platz und nach seinen Möglichkeiten für eine friedliche Zukunft eintritt.

Seit 1999 wird der Gemeindewald nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet und ist zertifiziert. So bietet er auch ausreichend Lebensraum für Kleinstlebewesen. Außerdem übt er eine Schutzfunktion für das Dorf aus und hält den kalten Nordwind ab. Im Gemeindewald sehr idyllisch gelegen befindet sich ebenfalls das in 2006 unter großer Eigenleistung sanierte Waldstadion unseres Sportvereins. [1]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Lenz, Johann Baptist (Bildhauer), Oberkail (* 18. August 1922 Oberkail/Eifel †14.12.2007 Bitburg)
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Marken und Male / Denkmale
Zeit:
06.10.1957
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.59466
lat: 49.98390
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unterste Wald

Internet
http://www.metterich.de/

Datenquellen
[1] http://www.metterich.de/index.php?id=117

Bildquellen
Bild 1: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de
Bild 2: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de
Bild 3: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de

Stand
Letzte Bearbeitung: 08.03.2016
Interne ID: 40777
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=40777
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