Hügelgrab

Farschweiler, Gemeinde Farschweiler
Beschreibung
Die runden künstlichen Erdhügel sind Grabhügel. Zur frühkeltischen Zeit im Zeitraum 560 - 250 vor Chr. lagen alle Gräber unter solchen Hügeln. Friedhöfe sind hierzulande die wichtigsten Informationsquellen zur keltischen Epoche. Unter Waldbedeckung blieb der größere Teil eines Friedhofs bis heute bewahrt.

Die Hügel haben 6-25 Meter Durchmesser. und sind hier mit bis 2,5 Meter Höhe noch ungewöhnlich gut erhalten. Jeder Grabhügel wurde für einen Toten neu angelegt und im zeitlichen Anschluss oft noch für wenige Nachbestattungen benutzt. Die ältesten und jüngsten Gräber der Hügelfriedhöfe sind immer Brandbestattungen. Die Knochen der unverbrannt beigesetzten Toten hat der saure Mittelgebirgsboden allerdings aufgezehrt. Hier zeugen nur Spuren von Holzsärgen und die Lage von Beigaben von der Bestattung. Ursprünglich setzte sich das Gräberfeld. Noch mit mindestens 9 Hügeln in der anschließenden Ackerflur fort. Insgesamt sind 51 Grabhügel über eine Ausdehnung von 700 Meter bekannt.

5 Grabhügel wurden 1913, 1935 und 1938 vor Ihrer Zerstörung ausgegraben. Sie gehören alle zum jüngeren Belegzeitraum um 300 vor Chr. Viele der im Wald gelegen Grabhügelzeigen zudem noch typische Eingrabungen jüngerer Beraubungsversuche.

Keltische Hügelgräberfelder liegen fast stets auf weitläufigen Rücken oder Hochflächen. Zur Belegungszeit waren diese Flächen zweifellos bereits gerodet und als Acker- und Weideland genutzt. Im Laufe einer fortschreitenden Belegung über 300 Jahre erreichen diese Friedhöfe mit bis zu 120 locker verteilten Hügeln eine Gesamtausdehnung von 800 -
900 m. Benachbarte Hügelgräberfelder der gleichen Zeit liegen bei Osburg und Bescheid nur 2,6 und 3.3 km entfernt. Das südlich anschließende Waldgebiet des Osburger Hochwalds war zu allen Zeiten für eine
Besiedlung ungeeignet. Mit den scharfen Taleinschnitten nach Norden hin kann so hier ungefähr der zum Friedhof gehörige Siedlungsraum bestimmt werden. Die Siedlungsgemeinschaft kann mit 4 - 9 Jugendliche und Erwachsenen berechnet werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt betrug nur etwa 22 Jahre, bei Erwachsenen auch nur 31 (Frauen)
- 38 (Männer) Jahre.

Ein Mädchengrab aus einem der untersuchten Hügel gibt eine Vorstellung
von einer schon überdurchschnittlichen Grabausstattung. Ein eisernes Fleischmesser und 3 Tonschalen gehören zur üblichen Speisenbeigabe. Zur typischen weiblichen Schmuckgarnitur gehörten Armringe, ein Halsring
und zwei Fibeln (Gewandschließen) aus Bronze, dazu ein eiserner Halsreif mit blauen Glasperlen und einem Bernsteinanhänger. Nur Lage und geringe Größe des Schmucks sprachen für ein Kindergrab, da das Skelett vergangen war. Zwei wenig jüngere Nachbestattungen im gleichen Hügel waren Brandgräber. [1]

Zugang: Von der Bundesstraße 52 (Trier-Hermeskeil) nimmt man die Ausfahrt Farschweiler.
Nach den ersten Häusern biegt man in einer 180-Grad-Kehre am unteren Ende der Kehre (vor dem Ortsschild) nach rechts in einen asphaltierten Feldweg ab. Der Weg führt am Waldrand entlang. Der Asphaltweg biegt nun bald nach links in die Felder ab. Man bleibt aber auf dem nun nicht mehr asphaltierten Weg am Waldrand. Bald darauf kommt eine Verzweigung halblinks hier geht's zum Stein von Farschweiler. Nach einigen hundert Metern sieht man links und rechts vom Weg Hügelgräber. (folgt man dem Weg kommt man zum Hinkelstein von Beuren (siehe dort).

Der Besuch der Hügelgräber lässt sich sehr gut mit einem Besuch der Hinkelsteine von Beuren und Farschweiler kombinieren.

Erstaunlicherweise stehen die Hinkelsteine von Thomm, Farschweiler und Beuren exakt in einer Linie. [2]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Bestattungen / Grabhügel
Zeit:
Bis circa 500 vor Chr.
Epoche:
Vor- / Frühgeschichte

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.841663
lat: 49.720719
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Kühunter

Internet
http://www.farschweiler.de/

Datenquellen
[1] Heimat- und Verkehrsverein Farschweiler e.V.
[http://www.farschweiler.de/cms/download.php?cat=30_Freizeit%20%26%20Erholung&file=H%C3%BCgelgr%C3%A4ber.pdf]
[2] Prof. Dr. Helge Rieder, Konz.

Bildquellen
Bild 1: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2013.
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2001
Bild 3: © Helge Rieder, Konz, 2001

Stand
Letzte Bearbeitung: 15.10.2019
Interne ID: 41275
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=41275
ObjektURL als Mail versenden