Wüstung Mückenberg

Weidenbach, Gemeinde Weidenbach
Beschreibung
Hillscheid und Mückenberg
Folgt man dem alten Weg (Mühlenweg), der früher von Salm nach Meisburg führte, über die Brücke der Salm an der ehemaligen Mühle vorbei, so gelangt man in die heutige Gemarkung "Hillscheid". Hier, im ehemaligen Heide- und Wiesenland, war das Dorf Hillscheid (Hulscheydt); 1238 wird der Ort und ein in der Nähe befindlicher Hof Mückenberg (Muckenberg) als Besitz des Heinrich von Wachenheim, genannt "der Stulz", belehnt durch Heinrich Herr zu Manderscheid-Kerpen, urkundlich erwähnt. Nach Angaben von Ost, der die Altertümer und Wüstungen im den Jahren um 1850 erkundete, soll der Ort 40 Häuser groß gewesen sein. Auch eine Kapelle, eine Filiale von Salm, soll sich dort befunden haben. Nach dem großen Brand von Wallenborn im Jahre 1848, bei dem der ganze Ort niederbrannte, sind zum Wiederaufbau die Steine aus dem verlassenen Ort verwendet worden. 1854 wurden noch viele Mauerreste und Trümmer beobachtet. Steinhaufen haben sich noch bis zur Flurbereinigung Anfang der 60er Jahre erhalten. Auch konnte man beim Überschreiten der dort befindlichen Wiesen ein hohles, dumpfes Geräusch feststellen. Es war ein untrügliches Zeichen dafür, daß sich in der Erde Hohlräume befanden, die Kellerräume der einstigen Häuser. Planierungsarbeiten haben dies bestätigt.

Heute, lange nach Abschluß aller Kultivierungsmaßnahmen, sind auch die restlichen sichtbaren Zeitzeugen verschwunden; nichts deutet mehr auf Spuren einer Besiedlung hin. Das Dorf soll der Pest zum Opfer gefallen sein (laut Ost: es sei im 30jährigen Krieg verheert worden!). Ein genauer Zeitpunkt ist nicht bekannt, vage Angaben beziehen sich auf den Anfang des 18. Jahrhunderts. Ein Mädchen soll die Seuche überlebt und als letzte den Ort verlassen haben. Der Hahn vom Kapellenturm wird laut Überlieferung geborgen und nach Weidenbach gebracht. Noch bis in unsere Tage hinein spricht man von einem Pfade, den die Hillscheider beim Kirchgang benutzten. Derselbe führte an Feltges Haus vorbei ("durch den Schloff") direkt zur Kirche im Unterdorf. Getauft, verheiratet und beerdigt wurden die Hillscheider in Salm. Bis Anfang der sechziger Jahre war in Hillscheid eine Steintafel vorhanden, die daran erinnerte, daß "im langen Bruch" ein Mann ertrunken sein soll. Leider ist sie verlorengegangen. Etwa 1920 wurden hinter der Hirschbornquelle Fundamente eines 50 m langen Gebäudes gefunden, die Steine fanden Verwendung beim Bau des Hirschbornweges. Dieses ehemals stattliche Gebäude muß schon vor langer Zeit verfallen sein, da auf dem Platz mittendrin eine mehr als 200 Jahre alte Eiche stand. Von einer ursprünglichen Nutzung oder Zuordnung zu einer Ortschaft ist uns nichts überliefert. [1]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Siedlungswesen / Wüstungen
Zeit:
1238 (Erwähnung)
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.67409
lat: 50.12812
Lagequalität der Koordinaten: Vermutlich
Flurname: Auf Mückenberg

Internet
http://www.weidenbach-eifel.de/start.html

Datenquellen
[1] Homepage der Gemeinde Salm, 2016. http://www.salm-vulkaneifel.de/chronik/seite_166_167.asp

Bildquellen
Bild 1: Google Earth
Bild 2: Google Earth

Stand
Letzte Bearbeitung: 17.04.2015
Interne ID: 41417
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=41417
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