Ehemalige Jugendherberge

Ehrang-Quint, Stadt Trier Servaisstraße
Beschreibung
Damit junge Leute nicht auf den Kyllwiesen zelten mussten, wurde vor dem Krieg eine Jugendherberge in Ehrang gebaut und Ende 1938 eingeweiht.
Ein Schwimmbad, Sport- und Tennisplätze gehörten dazu. Es kamen viele Jugendliche aus allen deutschen Landen. Zur Betreuung der Gäste wurde die ortsansässige HJ-Bewegung aufgerufen, mitzuhelfen. Durch das Mitwirken der Hitlerjugend erhielt das Haus schnell die inoffizielle Bezeichnung "HJ-Heim".

Nach 1943 soll das Haus dann "Siegried-Hauser-Haus" genannt worden sein, in Erinnerung an den in Russland gefallenen Gefreiten Hauser (05.10.1922 - 26.02.1943) aus Ehrang. Hauser war Gefolgsschaftsführer der Hitlerjugend und gab laut Totenzettel ein Lebensopfer für den Führer. Beerdigt wurde er am 05.03.1943 auf dem Ehrenfriedhof des Waldfriedhofes Ehrang und ist auf der Tafelinschrift mit angegeben.
[Siehe http://www.denkmalprojekt.org/2015/trier-ehrang-waldfriedhof_rpf.html]

Das Gebäude soll auch ab Kriegsbeginn 1939 bis Ende 1940 als Feldpostamt für die Wehrmacht gedient haben. Die Feldpost wurde auf der nahegelegenen Rampe in die entsprechenden Züge verladen. Nach dem Krieg wurde das HJ-Heim aufgelöst und die Möbel konnten die Ehranger Leute erwerben Dann nutzte die Brennstoffhandlung Walter Wittke und später ebenfalls der Metallhandel Kreber das Gebäude und Gelände. Neben diesem Gelände war ab Anfang 1960 bis zum Bau der Autobahn das Vereinshaus und der Spielplatz des Tennisclubs ETUS. Das Schwimmbad wurde zugeschüttet und dort am 17.07.1949 der Fussballplatz des SV Ehrang 1910 mit Tribüne und Laufbahn auf der sogenannten Antzwiese eröffnet.
Dieser Platz musste dann 1967/68 dem Bau der Autobahnbrücke über die Mosel weichen. Die Heimspielstätte des Vereins befindet sich seit 1971 auf dem Sportplatz auf der Heide im oberen Karrenbachtal.

Bereits 2007 gab es Pläne der Stadt Trier, Eigentümer, das Haus abzureissen.
Im Volksfreund-augurblog vom 03.02.2007 stand zu lesen: Ach was schwärmen die alten Ehranger von ihrem Freibad, dass sich bis zum Ende des Krieges im Bereich der jetzigen "Ehranger Brücke" befand. Ohne Not wurde es wohl als Hinterlassenschaft des dritten Reiches zugeschüttet, wie man erzählt. In unmittelbarer Nähe befand sich eine Jugendherberge in der Servaisstraße, die seit vielen Jahren leer steht. Urspünglich gut gegen Vandalismus gesichert, wurden längst die Fenster und Türen aufgebrochen. Was hätte man mit diesem Gebäude alles machen können, das ideal vor den Toren des Ortes auf freiem Gelände steht. Ein Jugendhaus, ein Vereinshaus (statt des viel zu kleinen teuren Neubaus im Ortskern), etc. Stattdessen fordet die CDU außerplanmäßige Mittel in Höhe von 110 000,- Euro (!) im Jahr 2007 für den Abriss des Zitat: "Schandflecks", der erst dadurch entstand, weil die Fürsorgepflicht des Gebäudebesitzers Stadt nicht da war. Der Abriss erfolgt dann im Sommer 2016 [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Versorgung, Gasthöfe, Hotels
Zeit:
1938
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.68763
lat: 49.80395
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Schlimmfeld

Internet
http://www.ehrang.de/

Datenquellen
[1] Jörg Busch, Trier-Biewer und Walter Dietz, Kordel, Heinz Orth, Quint und Ewald F.Greif, Ismaning, 2017.

Bildquellen
Bild 1: Sammlung Jörg Busch, Trier-Biewer, 2017.
Bild 2: Sammlung Jörg Busch, Trier-Biewer, 2017.
Bild 3: Sammlung Jörg Busch, Trier-Biewer, 2017.
Bild 4: Sammlung Jörg Busch, Trier-Biewer, 2017.

Stand
Letzte Bearbeitung: 03.02.2017
Interne ID: 42728
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=42728
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