Sankt Laurentius

Erdorf, Stadt Bitburg Mainzer Straße
Beschreibung
Für das 1136 erstmals urkundlich erwähnte Erdorf wird um 1330 eine Kirche genannt.

Der heutige Kirchbau wurde 1895 / 97 vom Trierer Dombaumeister Wirtz an anderer Stelle errichtet. Für den Saalbau mit vorgelegtem Westturm, Treppentürmchen, Querhaus und eingezogenem Chor mit Fünfachtelschluss wurden Quader des heimischen, roten Kyllsandsteins verwandt. Der Außenbau ist in der Vertikalen durch abgetreppte Strebepfeiler und durch Spitzbogenfenster mit Maßwerk aus zwei Lanzetten und Dreipaß und in der Horizontalen durch den umlaufenden Sockel, das Sohlbankgesims und ein schön gekehltes Traufgesims gegliedert. Die Einzelformen des Außenbaues sind Vorbildern des 13. Jahrhunderts entlehnt. Ein dreifach abgetreppter Blendbogen mit dreibahnigem Maßwerkfenster und Portal vermittelt zum Inneren.

Dort bestimmen die Rippengewölbe, deren Dienste mit schönen Laubwerkkapitellen nur im Chor bis zum Boden reichen- im Schiff enden sie auf Konsolen in Höhe des Sohlbankgesimses und die bunten Glasfenster mit großfigurigen Heiligendarstellungen den Raumeindruck. Die Fenster wurden 1956 nach Entwürfen von H. Lohbeck eingesetzt. Glücklicherweise hat der Bau seine qualitätvolle neugotische Ausstattung fast vollständig erhalten. Der Hochaltar, ein reicher Schreinaltar mit Baldachinen für Tabernakel und vier Heiligenfiguren besitzt noch ebenso wie der erhaltene rechte Seitenaltar seine originale Fassung. Der linke Seitenaltar trägt anstelle des in den 1960er-Jahren entfernten Baldachinaufbaus heute eine Muttergottesfigur vom Typ der sogenannten Luxemburger Madonna. Neugotisch sind auch Kirchenbänke, Kreuzweg, Taufstein und Beichtstuhl sowie die erst 1928 aus Gindorf erworbene kleine Orgel. Ende der 20er Jahre wurde die Kanzel angeschafft, sie ist mit Reliefs des lehrenden Christus und den Evangelistensymbolen geschmückt. Im Aufbau folgt sie dem damaligen Zeitstil des Art Deco, die Details sind jedoch noch neugotisch beeinflusst. Ihr Korb dient heute als Ambo, der Kanzelfuß findet als Kredenz Verwendung. [1]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Wirtz, Julius (Dombaumeister), Trier.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1895
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.570249
lat: 50.000414
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Flürchen

Internet
http://www.bitburg-erdorf.de/

Datenquellen
[1] Michael Berens: Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes. Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes. Sondernummer 8/9 1992. Fotos: Heinz Drossard. http://www.gak-bitburg.de/bericht/Heft_8_9.pdf

Bildquellen
Bild 1: Heinz Drossard in: Michael Berens: Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes.

Stand
Letzte Bearbeitung: 06.11.2003
Interne ID: 439
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=439
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