Burgwüstung Bieder-Burg

Oberöfflingen, Gemeinde Oberöfflingen
Beschreibung
Urkundlich nicht belegt. Mauerreste wurden 1870 zutage gefördert. [1]

Auf einem der hügeligen Vorsprünge des vielgewundenen Liesertals liegt auf dem linken Ufer, im Waldrahmen ganz versteckt und ohne weite Rundschau, die kleine Burgstelle der ehemaligen Biederburg, 5 Kilometer von der Burg Manderscheid entfernt. Das Wiesenstück zu Füßen der breiten und steilen Südwestwand heißt Biederau, zu suchen zwischen dem Etschenbach und dem Hammelbach. Der mit der Spitze nach Westen gerichtete Grat selbst ist schmal und lang; der Burgrest liegt am Westende an erhöhter Stelle. Auf der Nordkante steht in etwa 10 Meter Länge und 0,80 Zentimeter Höhe Mörtelmauerwerk von Grauwackenschiefer, an einer Stelle, bei der die Mauer ein kurzes Stück nach Süden im stumpfen Winkel umbiegt, 1,20 Meter dick. Am Westende ist die Ecke mit rechtem Winkel noch deutlich. Bei 10 Schritt beginnt schon der Steilabfall zum Liesertal; das Gebäude von nur etwa 14 x6,5 Meter Größe stand auf einer Felsplatte von nur 18 X7 Meter Ausdehnung. Es folgt nach Osten in einiger Entfernung ein jetzt noch 2,50 Meter tiefer Abschnittsgraben, etwa 5 Meter lang und 3 Meter breit, der den Burgplatz mit senkrechten Felswänden gegen das Vorgelände absperrte. Weiter sieht man auf der Nordseite des Grates den beim Bau des Burghauses entstandenen Steinbruch, der gleichzeitig durch Einengung des Weges Schutz gewährte. Bürgermeister Thielen von Manderscheid hatte in den 5oer und 7oer Jahren d. ig. Jahrhundert das Mauerwerk bis auf den gewachsenen Boden freigelegt; heydinger berichtet von einer damals gefundenen Türschwelle von Buntsandstein und einer ausgemauerten Abfallgrube, in der eine Messingschale gefunden wurde, die in der Mitte vertieft war und am Rand Grifflöcher hatte. Ferner fand man Fußangeln, Nägel, eine Pfeilspitze und Scherben. Die Funde sind nicht erhalten. Bei Punkt 343,2 der heutigen Chaussee Manderscheid-Wittlich zweigt die alte wie eine Schneise zu verfolgende Kalkstraße ab, die als Querverbindung über die Lieser in gerader Richtung von Westen nach Osten auf die Biederburg zuläuft. Diesen Übergang hatte sie zu schützen.

Vielleicht war die Burg der Sitz eines Adelsgeschlechtes v. Öfflingen, das mehrfach im 14. Jahrhundert erscheint, zuerst im Jahre 1339 mit Heince van Uffeningen, Burgmann zu Manderscheid, dann wieder im Jahre 1372-1388. An das Geschlecht erinnern vermutlich die Junkerhäuser in Oberöfflingen. Später finden wir die Herrn v. Ufflingen in der Stadt Wittlich wieder, vgl. dort Haus Ronde, Haus Kahrstr. Nr. 36 und das Friedhofsportal.

Der gegenüber auf dem rechten Ufer der Lieser gelegene Burgberg gehört zu Carl..

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Siedlungswesen / Wüstungen
Zeit:
Circa 1100 bis circa 1500
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.819036
lat: 50.050907
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: In Bederei beilseit Trummesaier

Internet
http://www.oberoefflingen.de/

Datenquellen
[1] Janssen, W.: Studien zur Wüstungsfrage im fränkischen Altsiedelland zwischen Rhein, Mosel und Eifelnordrand. 2 Bände. Text u. Katalog, 1975.

Bildquellen
Bild 1: Google Earth
Bild 2: Google Earth

Stand
Letzte Bearbeitung: 03.12.2007
Interne ID: 4755
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=4755
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