Sankt Nikolaus-Bildstock

Wehlen, Stadt Bernkastel-Kues
Beschreibung
Dieser Bildstock mit der Figur des heiligen Nikolaus ist in einem Mosel-Schieferfelsen eingebaut und stammt aus dem Jahre 1869. Nach vielen Umgestaltungen in der Vergangenheit wurde er originalgerecht durch die Jodocus Prüm Bürgerstiftung (siehe hierzu : https://buergerstiftungbks.wordpress.com/) renoviert und am 20.07.2014 neu eingesegnet. Der gebürtige Wehlener Dr. Eckart Prüm als Mitstifter dieser Stiftung stellte bei der Einweihungsfeier die Bedeutung des Bildstocks anhand der neu angebrachten Informationstafel vor und wusste einiges über die Historie des Nikolaushäuschens zu berichten.

Der Bildstock befindet sich auf der linken Moselseite, gegenüber dem heutigen Wohnmobilstellplatz in der Gemeinde Graach. Schifffahrt wird auf der Mosel seit der Römerzeit betrieben. Bis ins Mittelalter wurden die Schiffe von sogenannten Treidelknechten, auch „Halfen“ genannt, auch mit Hilfe von Pferden, flussaufwärts „zu Berg“ gezogen. Vor Kanalisierung der Mosel (1958-1964) befand sich hier im Fluss eine besonders tückische Stromschnelle. Der heilige Nikolaus, als Schutzpatron der Schiffer, sollte die Schiffer hier sicher hindurch leiten und beschützen. Nach geglückter Durchfahrt an dieser gefährlichen Stelle dankten sie Ihrem Schutzpatron mit einer Kerzenspende am Bildstock. Noch heute beleuchten weithin sichtbar viele Kerzen am Vorabend des Nikolaustages den Bildstock. [1]

Die Sage erzählt:
Eines Tages schickte sich ein Schiffer an, die gefürchteten Stromschnellen der Kellerei zu überwinden, als auf der Höhe des Nikolaushäuschens, dem Bild des Schutzpatrons der Schiffer, die Pferde auch unter den Peitschenhieben der Halfen nicht mehr weiterzogen. Das Schiff drohte verlorenzugehen. In dieser Not dachte der Schiffer an den heiligen Nikolaus, betrachtete sein Bild am Moselufer, bat ihn um Hilfe und versprach ihm eine Kerze von der Dicke des Mastbaumes seines Schiffes, wenn dieser ihn aus seiner Notlage befreie. Und siehe da, die Gäule zogen wieder kräftig an und überwanden sicher die Stromschnellen. Als das Schiff in Sicherheit war, tat dem Schiffer das Versprechen leid und er sagte zum heiligen Nikolaus gewandt:“Nikoläschen, net dat.“ Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, als die Kräfte der Pferde nachließen. Das Schiff war nicht mehr zu retten und der Schiffer wurde mitsamt den Pferden in die Mosel geschleudert, wo sie den nassen Tod fanden. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Heiligenhäuschen
Zeit:
1869
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 7.05896
lat: 49.93316
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf dem Kueser Graben-Hofland

Internet
http://www.wehlen.de/

Datenquellen
[1] © Eifel-Zeitung
[2] Artur Weber: Festbuch 1000 Jahre Weinort Graach, Herausgeber Gemeinde Graach 1975.

Bildquellen
Bild 1: © Karl-Heinz Zimmer, 2018. http://www.zimmerfamily.net/khzsenior
Bild 2: © Karl-Heinz Zimmer, 2018. http://www.zimmerfamily.net/khzsenior
Bild 3: © Erich Wilbert, Bernkastel-Kues, 2020.

Stand
Letzte Bearbeitung: 14.07.2020
Interne ID: 47915
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=47915
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