Reste einer Römerstraße

Ehrang-Quint, Stadt Trier
Beschreibung
Das Straßenrelikt, das ein Grabungsteam auf eine Länge von 45 Metern freigelegt hat, wirft etliche Fragen auf. Um den Original-Fernverkehrsweg nach Andernach, der im Stadtteilnamen Quint (fünf römische Meilen von Trier entfernt) fortlebt, dürfte es sich wohl kaum handeln.

Joachim Hupe [Chefarchäologe im Rheinischen Landesmuseum] schätzt die Entstehungszeit der Konstruktion aus großen Rot­sandstein-Brocken („aus Steinbrüchen in Biewer oder Pallien stammend“), deren Zwischenräume „zwecks Erhöhung des Fahrkomforts mit Moselkies aufgefüllt“ waren, vorsichtig auf die Zeit um das Jahr 300. Da war die Original-Fernstraße aber schon gut drei Jahrhunderte in Betrieb. Und die Nutzungsdauer der neu entdeckten, fünf Meter breiten Straße dürfte nur wenige Generationen betragen haben. Auf ihr finden sich lediglich Spuren von Karrenrädern. Münzen oder größere Keramikscherben, die eine genauere Datierung ermöglichen, fehlen völlig. [1]

Von Pallien zog sie [die Römerstraße] zwischen den Bergen und der Mosel nach Biewer, sie lag dort weiter von der Mosel entfernt und höher als die jetzige Landstraße. Auch am Ausgang von Biewer nach Ehrang, wo man sie bei Ausschachtungsarbeiten traf, lag sie oberhalb der Provinzialstraße, sie bestand aus starker auf Sand gelegter Bekiesung. Weiter nach Ehrang zu stieß man im Jahre 1927 wie auch schon früher beim Bau von Häusern auf die alte Straße, [...] Sie lag durchschnittlich ein Meter tief im Boden und Bestand aus einer Lage Rollwacken, darauf hochkant gestellten roten Sandsteinen und einer Kiesschicht. [...] Von der Hauptstraße Trier -Andernach gingen in der Nähe von Ehrang zwei Nebenverbindungen aus, deren Linienführung nicht genau feststeht. [...] Eine andere Straße kam von Pfalzel her. [...] innerhalb der Langmauer traf sie die von Biewer kommende Straße. [2]

Die alte Straße [Römerstraße Newel - Dicke - Buche - Pfalzel], teilweise als tiefer Hohlweg erhalten, bog vielleicht beim Austritt aus dem Pfalzeler Wald bei dem frühen Gräberfeld Auf dem Jungenwald der Bausch nach Süden um. Sie gelangte den Galgenberg hinab fast zur Kuppe nördlich Biewer. Dann verlief die in Nordostrichtung den Steilhang Galgenweg schräg hinab, zur Ehranger Landstraße. Als Auslauf der Römerstraße nach Pfalzel diente demnach nicht der heutige Zubringer zum Pfalzeler Wald, der Layweg. Den Verlauf der Römerstraße im Pfalzeler Wald, dann oberhalb von Biewer bis ins Tal zeichnet recht genau die Wegeführung der Tranchot-Karte Trier-Ost von 1816/17 nach. [3]

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Straßenverkehr
Zeit:
Um 300 n. Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.67759
lat: 49.78965
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unterm Knieberg

Internet
http://www.ehrang.de/

Datenquellen
[1] Roland Morgen: Rätselhafte Römerstraße in Trier entdeckt. Trierischer Volksfreund vom 29.11.2018. https://www.volksfreund.de/region/trier/raetselhafte-roemerstrasse-in-trier-entdeckt_aid-34782853
[2] August Antz: Die Römerstraße Trier - Andernach, in: Eifelverein O.V. Ehrang (Hrsg.): Ehranger Heimat, Jahrgang 1929, Heft 1.
[3] Die Römerstraße Newel - Dicke Buche - Pfalzel, in: Ehranger Heimat, Jahrbuch 1974, S. 47ff.
[4] Recherche: Tobias Schmitt, Trier-Ehrang, 2018.

Bildquellen
Bild 1: Anonym
Bild 2: Anonym
Bild 3: Anonym
Bild 4: Anonym
Bild 6: Anonym

Stand
Letzte Bearbeitung: 30.11.2018
Interne ID: 48025
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