Im Haargarten

Thörnich, Gemeinde Thörnich
Beschreibung
Hargarten, auch Haargarten (mittelhochdeutsch har = Flachs) [1]

Flachsfaser – Als Leinen oder Flachs (altgriechisch linon und lateinisch linum ‚Lein‘) wird sowohl die Faser des Gemeinen Leins als auch insbesondere das in der Leinenindustrie daraus gefertigte Gewebe bezeichnet, letzteres auch Leinwand, Leintuch oder Linnen genannt. Wie bei Baumwolle, Hanf, Wolle und Seide handelt es sich um eine Naturfaser. Leinen ist gut verspinnbar, kochfest, sehr reißfest und bildet keine Flusen.

Flachsanbau – Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde Leinen in der Textilindustrie fast völlig durch Baumwolle verdrängt, gewinnt aber seit dem Ende des 20. Jahrhunderts als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung.

Flachsfasern – darunter 58 mutmaßlich gefärbte Fasern – gelten als die ältesten Belege für das Anfertigen von Kleidung. Sie stammen aus der Dzudzuana-Höhle in Georgien und wurden 2007 und 2008 aus einer Bodenschicht geborgen, deren Alter auf 36.000 bis 31.000 Jahre (yr B.P. ka) datiert wurde. Die älteste Flachsverarbeitung Mitteleuropas ist in der mährischen Mammutjägerstation Dolni Vestonice nachweisbar und ist ca. 28.000 Jahre alt. Ägyptische Mumien sind in Leinenstreifen gehüllt. Im antiken Griechenland wurde Leinen zur Herstellung von Leinenpanzern, griechisch Linothorax verwendet. Sie galten als so kostbar, dass sie als Weihegeschenke in den Tempeln dargebracht wurden.

Von der griechischen und römischen Antike bis ins europäische Mittelalter war Leinen neben Wolle das Material für Kleidung. Seine Blütezeit hatte das Leinen im vorindustriellen Europa. Als Baumwolle noch nicht in großen Mengen importiert wurde, war Leinen (neben wenigen Ausnahmen) die einzige pflanzliche Faser. Bis Ende des 18. Jahrhunderts waren 18 % der verarbeiteten Fasern aus Flachs und 78 % aus Wolle.

Im Mittelalter wurde Leinen (im Unterschied zu Wolle) durch die schmutzabweisende Eigenschaft bevorzugt für körpernahe Verwendung eingesetzt, auf Grund seiner Stärke auch für Stoffpanzer. Da es schwer färbbar war, wurde es vorwiegend in blassen Tönen angeboten; deckende und dunkle Töne waren teuer. Leinen wurde lange Zeit nur in Handarbeit verarbeitet, später kamen auch industrielle Methoden hinzu. Bis ins 20. Jahrhundert wurde handgesponnenes, aber auch maschinell versponnenes Garn in Heimarbeit auf Handwebstühlen gewebt, z. B. in den Wintermonaten auf Bauernhöfen (Bauernleinen). Geräte zur Flachsverarbeitung finden sich daher heute in zahllosen Heimat- und Freilichtmuseen. Verarbeitet wurde das Leinen hauptsächlich in Irland, Holland, Westfalen, Sachsen, Schlesien, Böhmen und der Region St. Gallen in der Ostschweiz.

Das Nationalsozialistische Regime forcierte im Rahmen seiner politischen Autarkiebestrebungen den Anbau von Flachs. Die Anbaufläche stieg von 5.000 ha im Jahr 1933 auf 100.000 ha im Jahr 1937. Zur Verarbeitung der Faser wurden Flachswerke gebaut, so 1937 in Künzelsau. [2]

Einordnung
Kategorie:
Geschichte / Flurnamen /
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.838154
lat: 49.835710
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Haargarten

Internet
http://www.thoernich.de/

Datenquellen
[1] Flurnamen in Irsch. http://www.irsch-saar.de/flurnamen.htm
[2] Seite „Flachsfaser“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. März 2019, 14:44 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Flachsfaser&oldid=186639228 (Abgerufen: 20. März 2019, 14:45 UTC)

Bildquellen
Bild 1: Geolina163 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Stand
Letzte Bearbeitung: 22.03.2019
Interne ID: 48181
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