Eselsbrücke

Daun, Stadt Daun Bahnhofsweg
Beschreibung
Ein Kulturdenkmal aus dem Jahre 1895 ist die Fußgängerbrücke über die Landesstraße 46 und die Lieser.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinien und des Bahnhofs in Daun wurde 1892 begonnen. Der Bahnhof (ca. 400 m über Normal Null) lag damals außerhalb der Stadt im Tal der Lieser, während das Zentrum des Städtchens und Ober-Daun rund 440 m höher liegt. 1895 wurde die Strecke Mayen - Daun - Gerolstein eröffnet, erst 1909 die Linie Daun - Gillenfeld - Wittlich. Um das Stadtzentrum (Leopoldstraße) mit dem Bahnhof zu verbinden, wurde ca. 10 m über der Lieser eine 40 m lange und ca. 1,40 m breite Brücke in Stahlkonstruktion errichtet und 1895 fertiggestellt. Ein ca. 1,50 m breiter und 300 m langer Weg in Kopfsteinpflaster führte dann von der Brücke den "Rammelsberg" steil hoch bis in die Schweiz- und die Leopoldstraße mit einem Höhenunterschied von etwa 40 m, einer Steigung von 13 %.

Im Volksmund wurde der Weg auch "Rammelspedjen" genannt. Der Weg war sehr beschwerlich und nicht ungefährlich wie der Trierische Volksfreund 1976 schrieb: "Der schmale Pfad, so breit wie die Brücke selbst, ständig überwuchert, im Winter wie im Sommer bei Feuchtigkeit glatt wie Schmierseife, bildet durch seinen Neigungswinkel in Verbindung mit dem Kopfsteinpflaster eine ständige Gefahr für alle Benutzer. Alle diese Momente waren ausschlaggebend dafür, dass der Volksmund die Bezeichnung 'Eselsbrücke' kreierte."

Hier irrt der Schreiber des Trierischen Volksfreund. Die Bezeichnung "Eselsbrücke" geht auf ein Transportmittel um die Jahrhundertwende zurück. Die damaligen Hotels holten ihre Gäste im aufstrebenden Fremdenverkehrsort Daun am Bahnhof ab, luden das Gepäck auf einen Eselskarren und fuhren damit zum Hotel. In Daun gab es auch ein geflügeltes Wort für jemand mit großen Ohren: "Du hast Ohren, wie dem Schramm seinen Esel!" Das Hotel Schramm hatte einen Esel mit Eselskarren.

1963 wurde die Umgehungsstraße (Landesstraße 46) gebaut. Die alte Eisenkonstruktion aus dem Jahre 1895 wurde durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt und mehrfach saniert und erneuert, weil Lkw mit Aufbauten/Ladung die Brückenhöhe unterschätzten. Heute ist die Brücke Teil des Maare-Mosel-Radwegs.

Das erste Bild ist etwa von 1940 und das zweite von 1975 [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Straßenverkehr
Zeit:
1895
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.833235
lat: 50.198562
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Leywies

Internet
http://www.stadt-daun.de/

Datenquellen
[1] Friedbert Wißkirchen, Daun, 2019.

Bildquellen
Bild 1: Archiv der Verbandsgemeinde Daun.
Bild 2: Archiv der Verbandsgemeinde Daun.
Bild 3: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2019.
Bild 4: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2019.
Bild 5: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2019.
Bild 6: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2019.

Stand
Letzte Bearbeitung: 19.05.2019
Interne ID: 48312
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=48312
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