Maria Königin

Ordorf, Gemeinde Dudeldorf Kirchstraße 34
Beschreibung
Für 816 beziehungsweise 973 sind die ersten urkundlichen Erwähnungen Dudeldorfs belegt. Als Herzog von Luxemburg verlieh König Johann von Böhmen dem Ort 1345 das Recht zur Errichtung einer Stadtbefestigung. In den Visitationsakten von 1569/70 wird die kleine Stadt teils als eine selbstständige Pfarrei, teils als von Speicher abhängige Vikarie aufgeführt.

Ihre heutige Kirche ist eine dreischiffige, nach Süden gerichtete Halle. Sie wurde ab 1909 vom Kölner Diözesanbaumeister Heinrich Renard in Formen der späten Gotik errichtet. Der mittelalterliche Turm ist über rechteckigem Grundriß erbaut. Er diente ursprünglich als Chorturm, war zu Verteidigungszwecken eingerichtet und trägt heute ein Pyramidendach.

Ein hoher Sockel - er ist wie die Strebepfeiler unverputzt -, große, dreibahnige Maßwerkfenster und quergestellte Krüppelwalmdächer über jedem Seitenschiffjoch charakterisieren den Außenbau des Kirchenschiffs. Die bewußt asymmetrisch gestalteten Fassaden, ihr unterschiedliches Material (verputzte Wandflächen über solchen in Kalksteinsichtmauerwerk; Eckquaderungen, Portal- und Fensterrahmungen und Gesimse in rotem Sandstein) wollen malerisch wirken und sind typisch für die Architektur des späten Historismus um 1900.

Ein Kreuzrippengewölbe, das von Sechseckpfeilern gestützt wird, überspannt die weite, dreischiffige Halle. Die Seitenschiffe sind unterschiedlich gestaltet: Das linke ist wegen des Kirchturms verkürzt. Der Chor schließt fünfseitig.

Erst 1924/25 wurde die Kirche von J. Rollmann reich und noch in neugotischen Formen ausgemalt. Diese qualitätvolle Fassung - pflanzliche Motive in den Gewölbezwickeln, stilisierte Ranken auf der unteren Hälfte der Wände, Teppichmuster im Chor - wurde bei der letzten Restaurierung 1989 wieder freigelegt und ergänzt. Der neubarocke Hochaltar von 1926 verwendet einen spätbarocken Tabernakelaufbau von 1747; die beiden Seitenaltäre wurden unter Verwendung der Altäre des Vorgängerbaues 1938 beziehungsweise nach 1950 in ihrer jetzigen Form gestaltet. Sie zeigen eine Pietà beziehungsweise eine Kreuzigungsgruppe. Beichtstühle und Kanzel stammen aus dem 18. -Jahrhundert. Den heutigen Zelebrationsaltar ziert eine Darstellung des letzten Abendmahls. Es ist Gebr. Heilmann, Bildhauer, Bingen - R. bezeichnet und stammt wie Verglasung, Kreuzweg und Taufstein aus der Bauzeit der Kirche.

Am Außenbau verdient rechts neben dem Haupteingang eine spätgotische Sandsteinfigur aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts besondere Beachtung. Sie stellt Johannes den Täufer mit Lamm und Buch dar. [1]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Renard, Heinrich (Diözesanbaumeister), Köln [1868-1928]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1909
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.637430
lat: 49.974621
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://dudeldorf.de/

Datenquellen
[1] Michael Berens: Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes. Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes. Sondernummer 8/9 1992. Fotos: Heinz Drossard. http://www.gak-bitburg.de/bericht/Heft_8_9.pdf

Bildquellen
Bild 1: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand
Letzte Bearbeitung: 11.11.2003
Interne ID: 501
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=501
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