Unter der Wingertsheck

Schloß Saarfels, Gemeinde Serrig

Beschreibung
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[…]
In folgenden […] Gemeinden ist aber der Flurname Weinberg bezeugt
- (Bernkastel-Wittlich) Bernkastel-Kues, Ortsteil Kues: o. J. beim Kirchweinberg; Burgen: o. J. Bauernweinberg, Petersweinberg, Schulweinberg; Hetzerath: 1829 aufm Weinberg; Mülheim: o. J. Louisens Weinberg; Trittenheim: o. J. am Fritzen Weinberg.

- (Bitburg-Prüm) Utscheid: 1839 auf dem Weinberg; Waldhof-Falkenstein: 1860 am Weinberg.

- (Trier-Saarburg) Detzem: 1952 im jungen Weinberg, o. J. Schlinkenweinberg; Grewenich, heute zu Langsur: 1818 auf dem Weinberg, vor dem Weinberg; Helfant, heute zu Palzem: o. J. Weinberg; Kanzem: jeweils o. J. beim Büschen Weinberg, in den Garten Weinbergen, bei der Wawerner Weinbergsheck; Krettnach, heute zu Konz: o. J. Falswild zum Weinberg; Mertesdorf: o. J. auf Müllerspesch am Weinberg; Metzdorf, heute zu Langsur: 1953 im Weinberg am Pülchenberg; Saarburg: o. J. Die Wild ober dem Weinberge.

- (Vulkaneifel) Gunderath: 1821 Im Weinberg.

Es ist festzuhalten: in den historischen Landschaften, die heute das Land Rheinland-Pfalz bilden, gibt es keine Weinberg-Flurnamen, die älter als das 19. Jahrhundert sind. Die geringe Zahl der Flurnamen auf Weinberg und ihr spätes Auftreten zeigt, dass Weinberg in unserem Raum nicht bodenständig ist. Dieser Befund war zu erwarten. Oben wurde gezeigt, dass in der Sprache der Winzer das mit Reben bepflanzte Land in den rheinischen Weinbaugebieten ausnahmslos als Wingert und nicht als Weinberg bezeichnet wird. Der Flurname Weinberg an Rhein und Mosel muss ein Produkt der staatlichen Verwaltungssprache sein, wobei vor allem an die preußischen Geometer zu denken ist, welche seit etwa 1820 die Vermessungsarbeiten in der ehemaligen Rheinprovinz vornahmen und die entsprechenden Dokumente (Urkataster) verfertigten.

Zudem ist "Weinberg" bei der beginnenden Herausbildung der normierten neuhochdeutschen Schriftsprache im 17. und 18. Jahrhundert in einem ungesteuerten und von niemandem aktiv geförderten Prozess in die Hochsprache aufgenommen worden. [1]

Einordnung
Kategorie:
Geschichte / Flurnamen / Weinbaulagen
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.57945
lat: 49.57813
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Unter der Wingertsheck

Internet
http://www.serrig.de

Datenquellen
[1] Rudolf Steffens: Der Flurname Wingert und der Simmerner Wingertsberg. Http://www.germanistik.uni-mainz.de/RED/hist_ling/Der-Flurname-Wingert.pdf


Stand
Letzte Bearbeitung: 01.07.2015
Interne ID: 50479
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=50479
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