Ehemaliges Lager für Zwangsarbeiter

Kordel, Gemeinde Kordel Bahhofstraße 6

Beschreibung
Im März 1916 kamen russische Kriegsgefangene in Kordel an. Hauptsächlich waren sie im Gemeindewald tätig. Der Schüler Johann Kranz schrieb darüber einen Aufsatz:

"Die Gemeinde Cordel hat zur Arbeitshilfe zehn Russen erhalten. Es sind ziemlich kräftige Männer aus einem Gefangenenlager, Kost und Logis haben sie bei Herrn Metzgermeister Johann Roth im Hinterhause. Der Hof ist mit Stacheldraht umgeben. Auch tagsüber ist ein Posten zur Beaufsichtigung bei ihnen. Morgens um 7 Uhr treten sie an und gehen in den Wald Holz hauen. Abends machen sie Schnitzereien: Vögel, Schiebkarren, Klappern, Kinderrössel, welche sie den Kindern schenkten. Um 9 Uhr gehen sie schlafen, nach dem sie kniend ihr Gebet verrichteten." [1]

Im Allgemeinen ging es ihnen gut, denn das ganze Dorf hatte Mitleid mit ihnen. Sie blieben bis zur russischen Novemberrevolution 1918. Nicht jeder von ihnen kehrte allerdings nach Russland zurück. Einige blieben im Trierer Land und wurden im Laufe der Zeit deutsche Staatsbürger. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Rechtsdenkmale / Gefängnisse
Zeit:
1916
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.633200
lat: 49.838287
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://heimatverein-kordel.de/

Datenquellen
[1] Schulchronik der Schule Kordel. Beginn 1869.
[2] Josef Müller: Die Schule in Kordel. Hrsg. Verbandsgemeinde Trier-Land. 1. Auflage 2005. ISBN 3-00-015402-7

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2023.

Stand
Letzte Bearbeitung: 19.09.2023
Interne ID: 52799
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=52799
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