Schuke-Orgel

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Martin-Luther-Platz
Beschreibung
Die ehemalige römische Kaufhalle und jetzige evangelische Kirche wurde 1856 vom Preußischen König Wilhelm IV. der evangelischen Kirchengemeinde Trier als Gotteshaus zur Verfügung gestellt.

Aus dem gleichen Jahr stammt auch die erste Orgel, die am 28. September 1856 mit der Basilika in Anwesenheit des Preußenkönigs und seiner Gattin eingeweiht wurde. Es war ein mächtiges Werk der Gebr. Uebach in Barmen, aus deren Orgelfabrik später die berühmte Klavierfirma Ibach hervorging. Mit 40 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal stand es auf einer Empore über dem westlichen Eingang, die auf acht Säulen ruhte und mit einer verhältnismäßigen Tiefe die ganze Breite der Kirche einnahm. Der Prospekt bot mit zwei halbrunden, im antiken Baustil verzierten Türmen, in denen dreißig 32'-Pfeifen standen, einen imposanten Anblick. Mit der Inneneinrichtung fiel auch die Orgel den Auswirkungen des II. Weltkrieges zum Opfer.

Nach dem Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren erhielt die Basilika auch wieder eine neue Orgel, die 1962 von der Berliner Orgelbauanstalt Prof. Karl Schuke GmbH hinter dem vorderen Fenster der Ostwand seitlich vom Altar Aufstellung fand. Der Prospekt füllt genau die Fensteröffnung aus und bringt die einzelnen Teilwerke klar zum Ausdruck: in der Mitte übereinander angeordnet Hauptwerk und Oberwerk, rechts und links flankiert von den 16'-Prinzipalen des Pedalwerkes.

Mit den beeindruckenden Ausmaßen von 27 Metern Breite, 30 Metern Höhe und 67 Metern Länge ist der Innenraum der Basilika in Trier nach dem des römischen Pantheons der größte und großartigste aus römischer Zeit.

Die Wand- und Deckenbeschaffenheit dieses Raumes (grobfugiges Mauerwerk, Holz-Kasten-Decke) führt zu einer ganz besonderen Akustik; aufgrund der Oberflächenstruktur wird der Schall stark absorbiert. Die in großen Räumen mit glatten Wänden sonst üblichen Nachhall-Muster (die Schallreflexionen führen zu einem diffusen, undeutlichen Klangbild) findet man in der Basilika nicht.
Sie besitzt stattdessen eine sehr gute Sprach- und Musikverständlichkeit auch über größere Entfernungen hinweg. So erscheint die Orgel bei den Aufnahmen recht nah, obwohl die Mikrofone gut 20 Meter vom Pfeifenwerk entfernt postiert waren. Erst der Nachhall vermittelt einen Eindruck von der wahren Raumgröße.
Seiner akustischen Umgebung verdankt die Orgel der Basilika, daß sie stets deutlich und transparent wahrzunehmen ist, obwohl sie aufgrund ihrer angesichts des Raumvolumens geringen Ausmaße eher als Chororgel zu bezeichnen wäre.

Ein ähnlicher akustischer Charakter ist in kleinerem Stil in der Kirche Sankt Pallien festzustellen (vgl. Aufnahmen), denn sie verfügt über die gleichen Wand- und Deckenkonstruktionen wie die Basilika. [1]

Weitere Angaben zur Disposition und Hörbeispiele unter: http:/wwwnline-studios.de/

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Uebach, Gebr.; Schuke, Prof. Karl
Kategorie:
Handwerk / Orgeln /
Zeit:
28.09.1856
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.643488
lat: 49.753415
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.online-studios.de/

Datenquellen
[1] Orgelarchiv der Classic-Edition Online Studios in Monschau; 2003 http://www.online-studios.de/

Bildquellen
Bild 1: Nicolas Durgeat http://www.flickr.com/photos/n_durgeat/
Bild 2: © Orgelarchiv der Classic-Edition Online Studios in Monschau; 2003

Stand
Letzte Bearbeitung: 02.04.2008
Interne ID: 5467
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=5467
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