Blutkreuz

Büdesheim, Gemeinde Büdesheim
Beschreibung
Im Büdesheimer Wald südöstlich des Ortes, bei der Mineralquelle.

Gut erhaltenes spätgotisches Nischenkreuz. Der schwere Fundamentstein wegen der Hanglage an der Vorderseite ganz freiliegend, hier die Jahreszahl 1542. Das Kreuz selbst ist im Gegensatz dazu am oberen Schaftende in das Jahr 1548 datiert. Der recht stämmige Schaft nur an den Vorderkanten schmal gefast, als Übergang zum quadratischen Querschnitt der beiden Enden die zeittypischen Halbpyramiden. Wie häufig bei den ältesten Nischenkreuzen sitzt das Abschlußkreuz ohne Stamm direkt mit dem Querbalken auf dem spitzgiebligen Nischengehäuse. [1]

Die Sage vom Blutkreuz

Einst war ein Jägersmann selbst am Sonntag zur Jagd gegangen. Mit großer Leidenschaft ging er dem Weidwerk nach. Wie er so im Wald herumpirschte, scheuchte er ein scheues Reh auf, flink sprang dieses hinter das Kreuz und suchte Schutz. Mehrere Male legte der Jäger auf das Reh an, verfehlte aber stets den Schuß. Unwirsch drückte er nun ein letztes Mal ab, direkt auf das Kreuz zielend.

Siehe da - jetzt tropfte rotes Blut aus dem harten Stein. Entsetzt wandte sich der Jäger ab. Er vergaß Reh und Jagd und verließ hastend den ihm unheimlich gewordenen Ort. Zu Hause angekommen, fiel er tot zu Boden. Ein Schlag hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. Der Herr hatte den gottlosen Weidmann gestraft.

Noch nach vielen Jahren waren die Blutspuren auf dem Stein zu sehen. Leute mit scharfen Augen wollen sie noch heute feststellen können. Man sagt, bis auf den heutigen Tag jage der Jäger mit seinen beiden Hunden um Mitternacht um das Kreuz. Seine Seele könne keine Ruh finden. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1548
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.574016
lat: 50.202642
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf der Fläch

Internet
https://www.eifeldorf-buedesheim.de/index.html

Datenquellen
[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Kreis Bitburg-Prüm, 9.3 Wernersche Verlagsgesellschaft ISBN 3-88462-170-X
[2] Tafel beim Kreuz.

Bildquellen
Bild 1: © Dagmar Moss, Bitburg, 2009.
Bild 2: © Dagmar Moss, Bitburg, 2009.
Bild 3: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
Bild 4: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
Bild 5: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.

Stand
Letzte Bearbeitung: 22.09.2010
Interne ID: 5548
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=5548
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